Aachener Unternehmen sollen beim Wiederaufbau der Ukraine mitwirken – Chance oder Risiko?
Marie-Theres SegebahnAachener Unternehmen sollen beim Wiederaufbau der Ukraine mitwirken – Chance oder Risiko?
Knapp vier Jahre nach Beginn des Krieges in der Ukraine gewinnt der Wiederaufbau des Landes an Fahrt. Unternehmen aus der Region Aachen werden nun ermutigt, sich in der sich erholenden ukrainischen Wirtschaft zu engagieren. Eine Sonderveranstaltung im nächsten Monat wird zeigen, wie sich lokale Firmen in Wiederaufbauprojekte in der Ukraine einbringen können.
Die Veranstaltung mit dem Titel "Zukunftsperspektiven in der Ukraine: Erste Schritte zur Markterschließung" findet am Dienstag, dem 9. Dezember, von 16:00 bis 19:00 Uhr im Centre Charlemagne statt. Organisiert in Kooperation mit den ukrainischen Städten Tschernihiw und der Oblast Lwiw, soll sie Unternehmen mit Investitionsmöglichkeiten in den Bereichen Infrastruktur, Energie und Technologie zusammenbringen.
Reiner Perau, Geschäftsführer der Deutsch-Ukrainischen Industrie- und Handelskammer in Kiew, wird die aktuelle wirtschaftliche Lage der Ukraine und deren Zukunftspotenzial skizzieren. Matthias Koster, Manager bei PwC, erläutert staatliche Investitionsgarantien und wie Unternehmen diese nutzen können, um Risiken zu minimieren.
Lokale Verantwortungsträger setzen sich für engere Verbindungen ein. Dr. Michael Ziemons, Oberbürgermeister von Aachen, möchte, dass Unternehmen wirtschaftliche Brücken schlagen, die die Modernisierung der Ukraine unterstützen. Tim Grüttemeier, Beigeordneter des Städteregions Aachen, betont, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit entscheidend sei, um das vom Krieg gezeichnete Land zu stabilisieren. Michael F. Bayer, Hauptgeschäftsführer der IHK Aachen, wird zudem darlegen, wie sein Verband Firmen mit Fachberatung und Netzwerken für den Markteintritt in der Ukraine unterstützt.
Zwar haben sich noch keine konkreten Zahlen deutscher Unternehmen zu Projektzusagen bekannt gegeben, doch Initiativen wie das Programm "Ukraine Connect" bieten 45 Millionen Euro an zinsgünstigen Krediten an – vor allem für mittelständische Betriebe. Der ukrainische Botschafter hat auf breite Potenziale hingewiesen, auch wenn noch keine spezifischen Investitionsregionen genannt wurden.
Die Dezember-Veranstaltung bietet Aachen Unternehmen eine Plattform, um sich über die Wiederaufbaubedürfnisse der Ukraine zu informieren. Mit staatlicher Förderung und lokalen Partnerschaften können Firmen konkrete Wege der Mitwirkung erkunden. Die Organisatoren hoffen, dass die Gespräche in den kommenden Monaten zu neuen Kooperationen führen werden.
