Abgelehnt und doch zufrieden: Warum dieser Asylbewerber freiwillig nach Aserbaidschan zurückkehrte
Marie-Theres SegebahnAbgelehnt und doch zufrieden: Warum dieser Asylbewerber freiwillig nach Aserbaidschan zurückkehrte
Mohammad Zeynalov, ein aserbaidschanischer Asylbewerber, ist in seine Heimat zurückgekehrt, nachdem sein Antrag in Deutschland abgelehnt worden war. Er gibt zu, dass die Drohung einer Abschiebung seine Entscheidung beeinflusst hat – doch mittlerweile ist er überzeugt, dass es der richtige Schritt war.
Sein Fall steht exemplarisch für die verstärkten Bemühungen deutscher Behörden, abgelehnte Asylsuchende zu freiwilligen Ausreisen zu bewegen. Die Landesregierung baut ihre Beratungsangebote aus, um mehr Familien zu einem ähnlichen Schritt zu motivieren.
Zeynalov, der zuvor in einer Beratungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes in Hamm untergekommen war, erhielt für seine Rückkehr eine finanzielle Unterstützung von 6.000 Euro – eine Summe, die fast einem Jahresgehalt in Aserbaidschan entspricht. Seine Entscheidung fällt in eine Phase, in der deutsche Behörden versuchen, Zwangsabschiebungen zu reduzieren, die oft mit hohen Kosten verbunden sind. Allein ein Charterflug nach Pakistan im vergangenen Jahr schlug mit über 400.000 Euro zu Buche.
Integrationsministerin Josefine Paul setzt sich für mehr freiwillige Rückkehren ein. Ihr Plan sieht die Schaffung von 24,5 neuen Beratungsstellen vor, die abgelehnte Asylbewerber bei der Ausreise unterstützen sollen. Der politische Druck wächst, da fast alle Parteien strengere Abschieberegeln fordern.
Die Familie Zeynalov ist nicht die einzige, die sich für die Rückkehr entschieden hat. Auch andere, wie die Familie Demir aus der Türkei, sind in ihre Heimat zurückgekehrt – teilweise noch bevor über ihre Asylanträge endgültig entschieden wurde. Der Trend deutet darauf hin, dass immer mehr Migranten die langwierige Unsicherheit in Deutschland vermeiden wollen.
Zeynalovs Rückkehr unterstreicht die finanziellen und logistischen Herausforderungen der Abschiebepolitik. Mit erweiterten Beratungsangeboten und finanziellen Anreizen hoffen die Behörden, freiwillige Ausreisen zur Regel zu machen. Sein Fall wird am Sonntag, den 12.10.2025, um 19:30 Uhr in einem Westpol-Beitrag thematisiert.






