20 December 2025, 18:39

AfD: Keine Fingerhakeln für die BRD

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer KriegsSzene mit Text darüber.

AfD: Keine Fingerhakeln für die BRD

AfD: Kein Fingerkrümmen für die BRD

Teaser: Seit der Abstimmung über das Wehrdienstmodernisierungsgesetz gibt es in der AfD Streit über das Verhältnis der Partei zum Militär. Ein Bundestagsabgeordneter erhielt einen Verweis – weil er Björn Höcke kritisiert hatte.

Artikeltext: Die Alternative für Deutschland (AfD) steckt in einem inneren Konflikt über ihre Haltung zur Bundeswehr. Eine aktuelle Ablehnung der Modernisierung der Wehrpflichtgesetze hat tiefe Gräben innerhalb der Partei offenbart. Der Streit dreht sich um unterschiedliche Vorstellungen von der Bundeswehr, nationaler Identität und der Zukunft des deutschen Staates.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht der Gegensatz zwischen Befürwortern einer starken, traditionellen Armee und jenen, die das bestehende politische System grundlegend ablehnen.

Der Konflikt eskalierte, nachdem die AfD gegen einen Gesetzentwurf zur Aktualisierung der Wehrdienstregeln stimmte. Viele ehemalige Soldaten kritisierten diese Entscheidung und argumentierten, eine moderne Bundeswehr sei unverzichtbar. Der Parteipolitiker Rüdiger Lucassen brach später mit der Parteilinie, indem er den führenden AfD-Vertreter Björn Höcke dafür verurteilte, Deutschland für nicht mehr verteidigenswert erklärt zu haben.

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Lucassens Äußerungen brachten ihm einen offiziellen Verweis seiner eigenen Fraktion ein. Seine Kritik machte die Spaltung zwischen zwei Hauptflügeln deutlich: Einer unterstützt die Wehrpflicht und eine robuste Verteidigungspolitik, während der andere die Legitimität der Bundesrepublik infrage stellt. Lucassen und sein Parteikollege Gerold Otten lehnen eine „woke“ Bundeswehr ab und setzen sich stattdessen für eine Rückkehr zu traditionellen Werten ein. Eine dritte Gruppe, die dem Verlagsgrüner Götz Kubitschek und seinem Antaios-Verlag nahesteht, befürwortet zwar ebenfalls die allgemeine Dienstpflicht, betrachtet aber sowohl die Bundeswehr als auch die Gesellschaft insgesamt als nicht mehr reformierbar. Kubitschek veröffentlichte kürzlich eine Stellungnahme zur Wehrpflicht und deutete die Debatte als Teil einer umfassenderen Krise. Gleichzeitig gehen einige in der Partei noch weiter und fordern offen den Sturz des bestehenden Staates statt dessen Reform. Die Spaltung spiegelt langjährige Spannungen zwischen „völkischen“ Nationalisten, die ethnische Identität in den Vordergrund stellen, und eher klassischen Konservativen wider. Höckes Position reiht sich in frühere Argumente von Persönlichkeiten wie Günter Maschke ein, der bereits infrage stellte, ob die Bundesrepublik überhaupt verteidigungswürdig sei. Der Streit lässt die AfD um eine Vereinbarkeit ihrer Militärpolitik mit ihren übergeordneten politischen Zielen ringen.

Die Ablehnung des Wehrmodernisierungsgesetzes hat die internen Konflikte der AfD weiter verschärft. Die Partei steht nun vor der Entscheidung, entweder die Bundeswehr zu stärken oder den Staat, dem sie dient, abzulehnen. Wie dieser Konflikt gelöst wird, wird die künftige Haltung der AfD in Fragen der Verteidigung, nationalen Identität und ihrer Rolle in der deutschen Politik prägen.