15 February 2026, 13:29

Akademischer Austausch im Wandel: Deutsche meiden die USA, US-Forschende kommen nach Europa

Ein Plakat mit der Aufschrift "Das Chips- und Wissenschaftsgesetz von Präsident Biden bringt die Chipproduktion zurück nach Amerika" mit Bildern von Gebäuden, Autos und Bäumen.

Akademischer Austausch im Wandel: Deutsche meiden die USA, US-Forschende kommen nach Europa

Deutsch-amerikanischer Akademieraustausch steht vor tiefgreifenden Veränderungen

Das Interesse deutscher Studierender an US-amerikanischen Hochschulen ist um etwa 10 Prozent gesunken, während gleichzeitig immer mehr US-Forschende nach Europa blicken, um neue Chancen zu nutzen. Zugleich hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) – die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen wissenschaftlichen Austausch – nach seiner Einstufung als "unerwünschte Organisation" durch Moskau seine Aktivitäten in Russland eingestellt.

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Der DAAD gab bekannt, seine Arbeit in Russland nach einem Beschluss des russischen Justizministeriums einzustellen. Der Schritt ist Teil einer breiteren Einschränkung ausländischer Organisationen im Land. Gleichzeitig verzeichnet der DAAD eine stark gestiegene Nachfrage nach seinen Programmen in anderen Regionen: Die Bewerbungen für Masterstipendien in Deutschland haben sich mehr als verdoppelt.

Rückläufiges US-Interesse deutscher Studierender Die Bereitschaft deutscher Studierender, in den USA zu studieren, ist um rund 10 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang fällt zusammen mit sinkenden Drittmittelzuwendungen für US-Universitäten, insbesondere in der Klimaforschung. Seit der Amtszeit von Donald Trump haben politische Unsicherheiten und Haushaltskürzungen viele US-Wissenschaftler:innen dazu veranlasst, im Ausland nach Alternativen zu suchen.

US-Forschende entdecken Europa In Deutschland verzeichnen Einrichtungen wie die Alexander von Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft eine wachsende Zahl von Anfragen aus den USA. Selbst der Bundesstaat Kalifornien hat mit einem geplanten 23-Milliarden-Dollar-Fonds (Gesetzentwurf SB 895) reagiert, um seine Zukunft in der Raumfahrt- und Klimaforschung abzusichern – ein Zeichen für die Instabilität der Bundesförderung. Konkrete Daten, wie sich diese Verschiebungen auf Spitzenuniversitäten wie Harvard, Stanford oder Princeton auswirken, liegen jedoch nicht vor.

Neue Dynamiken in der Forschungslandschaft Die akademische Welt befindet sich im Umbruch: Finanzielle Engpässe und politische Veränderungen verändern die Forschungsprioritäten. Während deutsche Studierende den USA den Rücken kehren, suchen US-Wissenschaftler:innen vermehrt Möglichkeiten in Europa. Mit dem Rückzug des DAAD aus Russland und der steigenden Nachfrage nach seinen Programmen bleibt die Rolle der Organisation für den globalen akademischen Austausch entscheidend.