20 December 2025, 05:48

Amazon-Chef über Deutsche als 'Kontrollfreaks'

Ein Geschäft mit Text an der Oberseite.

Amazon-Chef über Deutsche als 'Kontrollfreaks' - Amazon-Chef über Deutsche als 'Kontrollfreaks'

Amazon-Chef über Deutsche als „Kontrollfreaks“

Amazon-Chef über Deutsche als „Kontrollfreaks“

Amazon-Chef über Deutsche als „Kontrollfreaks“

  1. Dezember 2025, 23:02 Uhr

Die Präsenz von Amazon in deutschen Städten hat eine Debatte über die Auswirkungen auf den lokalen Einzelhandel ausgelöst. Rocco Bräuniger, Deutschland-Chef des Konzerns, weist Vorwürfe zurück, sein Unternehmen schade den Innenstädten. Er verweist auf offizielle Zahlen, laut derer der Online-Handel lediglich 13,4 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes ausmacht.

In Metropolen wie München und Berlin bleiben die Innenstadtlagen trotz Amazons Expansion lebendig. Das Unternehmen hat massiv in Büros, Logistikzentren und städtische Infrastruktur investiert – doch traditionelle Einkaufsviertel florieren weiterhin.

München dient als zentrales Beispiel für Amazons städtischen Einfluss. Im November 2025 eröffnete der Konzern dort einen 45.000 Quadratmeter großen Hauptsitz mit Platz für 2.500 Mitarbeiter. Seit 2010 hat Amazon über 18 Milliarden Euro in Bayern investiert und betreibt landesweit 20 Standorte. Die Innenstadt profitiert von den Büros von Amazon Web Services (AWS) sowie von nahegelegenen Attraktionen wie Kinos und Außen gastronomischen Terrassen.

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Auch Berlin spiegelt diesen Trend wider. In der Hauptstadt unterhält Amazon große Logistikzentren im Norden und Süden sowie ein neues Büro für 3.000 Beschäftigte. Trotz des Fokus auf Lagerlogistik bleibt das innerstädtische Geschäftsleben intakt. Gemeinschaftsflächen in den Amazon-Büros tragen zudem zur städtischen Integration des Unternehmens bei.

Bräunigers Aussagen gehen über Infrastrukturthemen hinaus. Kürzlich bezeichnete er die Deutschen scherzhaft als „Kontrollfreaks“, da sie ihre Lieferungen häufiger verfolgten als andere Europäer. Die Verkaufszahlen vom Black Friday zeigen beliebte Artikel wie WLAN-Verstärker, Heißluftfritteusen und Staubsaugerroboter – Produkte, die zwar oft online bestellt, aber auch in stationären Geschäften erhältlich sind.

Die Investitionen von Amazon in München und Berlin zeigen keine Anzeichen dafür, dass die Innenstädte schwächer werden. Einzelhandelsdaten und städtische Aktivität deuten darauf hin, dass traditioneller Handel und E-Commerce nebeneinander bestehen. Die Diskussion dauert an, doch offizielle Zahlen und lokale Entwicklungen zeichnen ein anderes Bild als die behauptete Verödung.