Antisexismus-Kampagne bei Rot-Weiss Essen scheitert an mangelnder Fan-Unterstützung
Leokadia MansAntisexismus-Kampagne bei Rot-Weiss Essen scheitert an mangelnder Fan-Unterstützung
Antisexismus-Kampagne bei Rot-Weiss Essen stößt auf wenig Zuspruch
Eine aktuelle Antisexismus-Initiative im Stadion Essen von Rot-Weiss Essen fand bei den Fans kaum Unterstützung. Die von der Fanallianz "RWE für Toleranz" angeführte Aktion zielte darauf ab, sexistisches Verhalten während der Spiele zu thematisieren. Doch die meisten Anhänger ignorierten den Aufruf – wichtige Fangruppen lehnten ihn sogar öffentlich ab.
Anlass für die Kampagne waren Flugblätter mit sexistischen Parolen wie "Keine Frauen in der ersten Reihe", die beim Heimspiel gegen Schweinfurt am 2. November 2025 verteilt worden waren. "RWE für Toleranz" rief daraufhin Frauen dazu auf, in den ersten 19 Minuten und sieben Sekunden des nächsten Spiels die vorderen Reihen der Westtribüne zu besetzen – als Zeichen dafür, dass sie dort genauso ihren Platz haben.
Doch die Ultras und aktiven Fangruppen des Vereins beteiligten sich nicht. Sie blieben in ihren gewohnten Blöcken, sodass der Protest kaum sichtbar wurde. Trotz der schwachen Resonanz gab es keine offiziellen Berichte darüber, dass Club-Mitarbeiter oder die Polizei die sexistischen Flugblätter beschlagnahmt hätten.
Vor dem folgenden Spiel gegen Energie Cottbus veröffentlichte Rot-Weiss Essen eine Stellungnahme, in der alle Formen von Diskriminierung verurteilt wurden. Der Verein bekräftigte sein Bekenntnis zu Vielfalt und Respekt. Die Partie selbst endete mit einer 2:3-Niederlage für die Hausherren.
Die Antisexismus-Aktion im Stadion Essen blieb damit weitgehend wirkungslos. Zwar positionierte sich der Club öffentlich für Inklusion, doch die fehlende Beteiligung der Fans zeigte, wie groß die Herausforderungen nach wie vor sind. Mit der Niederlage gegen Cottbus rückte schließlich wieder die sportliche Leistung in den Fokus.
