10 June 2026, 02:26

Apotheker kämpft gegen 90.000-Euro-Rückforderung der AOK Nordwest

90.000 Euro Strafe: 'Wir Hätten Die Tabletten Zählen Sollen'

Apotheker kämpft gegen 90.000-Euro-Rückforderung der AOK Nordwest

Dr. Christian Fehske, Inhaber der Rathaus-Apotheke in Hagen, sieht sich mit einer Rückforderung von knapp 90.000 Euro durch die AOK Nordwest konfrontiert – eine regionale Krankenkasse, die ihm vorwirft, gegen die Apothekenbetriebsordnung verstoßen zu haben. Im Mittelpunkt des Streits stehen zwei hochpreisige Medikamente, die Fehske einem Patienten auf Basis gültiger Rezepte abgab. Er hat nun rechtliche Schritte eingeleitet und hält die Rückforderung für ungerechtfertigt.

Der Konflikt eskalierte, nachdem Fehske zwei teure Arzneimittel an einen Patienten ausgegeben hatte – stets unter Einhaltung der vorgeschriebenen Rezeptvorgaben. Die AOK Nordwest warf ihm später vor, er habe es versäumt, eine „unwirtschaftliche Überversorgung“ zu verhindern, und damit gegen die deutschen Apothekenvorschriften verstoßen. Die Kasse argumentierte, Fehske hätte die Tabletten im Voraus zählen müssen, um eine Überverschreibung zu vermeiden.

Die Krankenkasse zog daraufhin die vollständige Erstattungssumme in Höhe von über 87.000 Euro zurück. Fehske focht die Entscheidung vor Gericht an, doch sowohl die AOK Nordwest als auch ihre Aufsichtsbehörde verteidigten die Rückforderung in einer Anhörung des nordrhein-westfälischen Landtags als rechtmäßig.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Mit mündlichen Verhandlungen erst für 2028 rechnet Fehske mit einem jahrelangen Rechtsstreit. Die finanzielle und emotionale Belastung habe seine Arbeitsmotivation stark beeinträchtigt, sagt er – es falle ihm zunehmend schwer, Freude an seinem Beruf zu finden.

Der Fall bleibt vorerst ungelöst, während Fehske auf ein Urteil wartet, das möglicherweise noch Jahre auf sich warten lässt. Sollte die Rückforderung Bestand haben, könnte dies einen Präzedenzfall für den Umgang von Apotheken mit hochpreisigen Rezepten unter den aktuellen deutschen Regelungen schaffen.

Quelle