Asahi Kasei übernimmt Biotech-Unternehmen Aicuris für 780 Millionen Euro
Marie-Theres SegebahnAsahi Kasei übernimmt Biotech-Unternehmen Aicuris für 780 Millionen Euro
Der japanische Konzern Asahi Kasei hat sich darauf verständigt, das deutsche Biotech-Unternehmen Aicuris Anti-infective Cures AG für 780 Millionen Euro (rund 920 Millionen Dollar) zu übernehmen. Mit dem Deal übernimmt das japanische Unternehmen die vollständige Kontrolle über den deutschen Spezialisten. Beide Seiten erwarten, dass die Übernahme die Entwicklung von Therapien gegen schwere virale Infektionen bei Risikopatienten beschleunigen wird.
Aicuris konzentriert sich auf die Behandlung von immungeschwächten Patienten mit lebensbedrohlichen Virusinfektionen. Sein zugelassenes Medikament PREVYMIS dient der Vorbeugung von Zytomegalievirus-Infektionen (CMV) bei bestimmten Transplantationspatienten. Ein weiteres wichtiges Präparat, Pritelivir, erreichte kürzlich sein Hauptziel in einer Phase-3-Studie zur Behandlung von therapieresistenten Herpes-simplex-Virus-Infektionen.
Im Entwicklungsportfolio des Unternehmens befindet sich zudem AIC468, ein Wirkstoffkandidat, der für Phase-2-Studien bereitsteht und die Reaktivierung des BK-Virus bei Nierentransplantationspatienten verhindern soll. Asahi Kasei plant, durch die Übernahme sein Gesundheitsangebot auszubauen und seine Position im Bereich der Infektionskrankheiten zu stärken.
Ken Shinomiya, Leiter des Gesundheitssektors von Asahi Kasei, betonte, dass der Deal die Wertschöpfungskette des Unternehmens in zentralen Bereichen verbessern werde. Larry Edwards, CEO von Aicuris, ist überzeugt, dass die Partnerschaft die Forschung vorantreiben und den Zugang zu den Therapien für Patienten weltweit beschleunigen wird. Christian Foerster, Geschäftsführer bei ATHOS – einem der Gründungsinvestoren von Aicuris – hob den Erfolg des Unternehmens hervor, Forschungsergebnisse in praktische medizinische Lösungen umzusetzen.
Die Transaktion soll in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden, sofern alle rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Bank of America Europe DAC berät Aicuris in finanziellen Fragen, während die Kanzlei Gibson Dunn die rechtliche Begleitung übernimmt.
Nach dem Vollzug der Übernahme werden die antiviralen Therapien von Aicuris in das Gesundheitsportfolio von Asahi Kasei integriert. Ziel des Deals ist es, die Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit schweren Virusinfektionen zu verbessern. Der Abschluss wird voraussichtlich Mitte 2026 erfolgen, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen.
