B1-Sprachzertifikat wird für Migranten immer schwerer erreichbar – warum die Hürden steigen
Tilo RohtB1-Sprachzertifikat wird für Migranten immer schwerer erreichbar – warum die Hürden steigen
Migration in Deutschland: Migrantinnen und Migranten sehen sich mit wachsenden Schwierigkeiten bei der Erlangung des B1-Sprachzertifikats konfrontiert. Diese Qualifikation ist entscheidend für den Erwerb der Staatsbürgerschaft, von Arbeitserlaubnissen und den Zugang zu weiterführender Bildung. Kürzliche Haushaltskürzungen des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) haben es schwieriger gemacht, Integrationskurse erfolgreich abzuschließen – viele bleiben dadurch ohne notwendige Unterstützung.
Das BAMF hat Wiederholungsstunden für allgemeine Integrationskurse gestrichen, sodass Migrantinnen und Migranten, die die B1-Prüfung nicht bestehen, keine weitere Förderung erhalten. Die Entscheidung fällt zusammen mit zusätzlichen Mittelkürzungen, die rund 129.500 Menschen betreffen und Integrationskurse für viele unerschwinglich machen.
Stress und begrenzte Möglichkeiten zur Konversationspraxis sind bereits jetzt große Hürden für Lernende. Ohne zusätzliche Hilfe gestaltet sich das Bestehen des Deutsch-Tests für Zuwanderer (DTZ) noch schwieriger.
Als Reaktion darauf haben die Jugendmigrationsdienste (JMD) und das Katholische Bildungswerk einen freiwilligen Vorbereitungskurs ins Leben gerufen. Das Programm soll Migrantinnen und Migranten dabei unterstützen, das B1-Zertifikat zu erwerben, und wird gemeinsam von den JMD und der Initiative "Aktion Neue Nachbarn" des Erzbistums Köln finanziert. Beide Organisationen werben zudem aktiv um geeignete Teilnehmende, um die Kursbesuche zu steigern.
Anbieter hoffen weiterhin auf ein Umdenken des BAMF. Sie argumentieren, dass gut finanzierte Integrationskurse essenziell für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und eine erfolgreiche langfristige Integration sind.
Der Wegfall der Wiederholungsstunden und steigende Kosten erschweren den Erwerb des B1-Zertifikats zunehmend. Ohne diesen Nachweis sehen sich Migrantinnen und Migranten Hindernissen bei der Einbürgerung, der Arbeitsaufnahme und dem Bildungszugang ausgesetzt. Der neue Vorbereitungskurs bietet zwar eine gewisse Entlastung, doch sind umfassendere politische Änderungen nötig, um das Problem nachhaltig zu lösen.
