10 January 2026, 06:59

Bayer verklagt Pfizer und Moderna wegen mRNA-Patenten aus der Pflanzenforschung

Eine Gruppe von Menschen, die mit einer Person stehen, die eine Impfstoffflasche hält, ein Kalender und sichtbarer Text auf dem Bild.

Bayer verklagt Pfizer und Moderna wegen mRNA-Patenten aus der Pflanzenforschung

Bayer verklagt Pfizer, BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson wegen mRNA-Impfstoffpatenten

Der Pharmakonzern Bayer hat rechtliche Schritte gegen Pfizer, BioNTech, Moderna und Johnson & Johnson eingeleitet – im Streit um Patente für mRNA-Impfstoffe. Im Fokus stehen Verfahren zur Stabilisierung von mRNA, die ursprünglich in den 1980er-Jahren für die Pflanzenbiotechnologie entwickelt wurden. Die Klage kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Impfstoffmarkt an Dynamik verliert: Die Umsätze von Pfizer und Moderna sind im Vergleich zu den Hochzeiten der Pandemie stark eingebrochen.

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Die Klagen stützen sich auf Patente, die Bayer 2018 mit der Übernahme von Monsanto geerbt hat. Diese betreffen Techniken zum Schutz von mRNA-Molekülen – ein entscheidender Schritt in der Impfstoffentwicklung. Bayer fordert zwar keinen Stopp des Vertriebs der Vakzine, verlangt aber Schadensersatz sowie rückwirkende Lizenzgebühren.

Der Zeitpunkt der Klage fällt mit einem Wandel der politischen und gesellschaftlichen Stimmung in den USA gegenüber Covid-Impfstoffen zusammen. Angesichts der gespaltenen öffentlichen Meinung könnten Pharmaunternehmen eher zu außergerichtlichen Einigungen neigen als zu langwierigen Prozessen. Ungewiss bleibt jedoch, ob Bayers Ansprüche Bestand haben – schließlich klafft eine enorme technologische Lücke zwischen Pflanzenbiotech und mRNA-Impfstoffen für den Menschen.

Dies ist nicht der erste Patentstreit in der mRNA-Branche: Moderna hatte bereits Pfizer verklagt, und ähnliche Konflikte häufen sich. Bayers Einstieg in den Rechtsstreit wird von manchen als opportunistisch bewertet, da das Unternehmen selbst keine Covid-Impfstoffe entwickelt hat. Doch selbst geringe Lizenzforderungen könnten angesichts der Milliardenumsätze der Vakzine zu milliardenschweren Ausgleichszahlungen führen.

Der Fall unterstreicht die anhaltenden finanziellen Folgen der Pandemie. Sollte Bayer Erfolg haben, könnte dies Lizenzvereinbarungen in der Biotech-Branche neu gestalten. Noch ist das Ergebnis offen – die Gerichte müssen entscheiden, ob jahrzehntealte Patente aus der Pflanzenforschung auf die moderne Humanmedizin übertragbar sind.