Bergkamen: Kohlekraftwerk läuft auf Hochtouren – trotz geplanter Stilllegung
Marie-Theres SegebahnBergkamen: Kohlekraftwerk läuft auf Hochtouren – trotz geplanter Stilllegung
Kohlekraftwerk in Bergkamen-Heil läuft trotz geplanter Stilllegung auf Hochtouren
Trotz des geplanten Endes der Kohleverstromung arbeitet das Steag-Iqony-Kraftwerk in Bergkamen-Heil weiterhin mit voller Leistung. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für ein neues Gaskraftwerk auf demselben Gelände.
Eigentlich sollte das Kraftwerk in Bergkamen-Heil nur noch als Reserveanlage dienen, bevor es endgültig vom Netz geht. Doch stattdessen läuft es weiterhin mit maximaler Kapazität – während der Betreiber Steag-Iqony gleichzeitig die Stilllegung vorbereitet. Werksleiter Thorsten Koch unterstützt öffentlich die Energiewende und akzeptiert, dass die Kohle auslaufen muss.
Geplant ist nun ein modernes Gaskraftwerk auf dem Gelände, das später auf "grünen" Wasserstoff umgestellt werden könnte. Steag-Iqony hat bereits Gespräche mit den lokalen Behörden geführt, Umweltverträglichkeitsprüfungen abgeschlossen und wichtige Komponenten für das Projekt gesichert.
Nordrhein-Westfalen bewirbt sich um fünf Gigawatt geförderte Kapazität, um stillgelegte Kohlekraftwerke zu ersetzen. Bergkamen gehört zu den möglichen Standorten, doch die Landesregierung hat noch keine konkreten Entscheidungen getroffen. Der Bund fördert insgesamt zwölf Gigawatt, wobei ein "Süd-Bonus" die südlichen Regionen gegenüber Nord- und Ostdeutschland bevorzugt.
Steag-Iqony wartet noch auf die Vergabekriterien der Bundesregierung, bevor das Unternehmen Ausschreibungen einreicht. Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche wird die Regeln festlegen. Auch andere Energieunternehmen wie RWE, Uniper und Trianel entwickeln in der Region neue Kraftwerksprojekte.
In der nahegelegenen Stadt Herne hat Steag (heute Iqony) bereits ein Gaskraftwerk mit 657 Megawatt Leistung gebaut, das seit Oktober 2022 in Betrieb ist.
Das Kohlekraftwerk in Bergkamen-Heil bleibt vorerst am Netz, doch seine Zukunft liegt im Erdgas. Sollte das neue Kraftwerk genehmigt werden, könnte es das Stromnetz stabilisieren und später auf Wasserstoff umgestellt werden. Der Erfolg des Projekts hängt jedoch von den Bundesfördermitteln und den endgültigen Ausschreibungsbedingungen ab.
