31 January 2026, 15:32

Betrunkener Schiedsrichter macht 1975 ein Werder-Bremen-Spiel zur Bundesliga-Legende

Ein Schiedsrichter in einem Schwarz-Weiß-Foto hält eine weiße Karte einem Fußballspieler entgegen, mit einem unscharfen Hintergrund.

Betrunkener Schiedsrichter macht 1975 ein Werder-Bremen-Spiel zur Bundesliga-Legende

Eine skurrile Fußball-Tradition in Bremen erinnert an den 50. Jahrestag eines der ungewöhnlichsten Momente der Bundesliga-Geschichte

Am 8. November 1975 leitete Schiedsrichter Wolf-Dieter Ahlenfelder das Spiel zwischen Werder Bremen und Hannover 96 – sichtbar angetrunken. Der Vorfall wurde so legendär, dass man in der Stadt heute noch einen "Ahlenfelder" bestellen kann: ein Bier mit einem Schuss Malteser-Likör – jenes Getränk, das der Unparteiische vor Anpfiff zu sich genommen hatte.

Das Spiel artete schnell in Chaos aus. Ahlenfelders Verhalten war von Beginn an erratisch: Er verzog das Gesicht, streckte die Zunge heraus und knurrte Trainer an. Nach nur 32 Minuten pfiff er fälschlicherweise zur Halbzeit – das Spiel kam verwirrenderweise zum Stillstand. Werder Bremens Kapitän Horst-Dieter Höttges stellte den Schiedsrichter zur Rede, da er dessen Alkoholisierung bereits vermutete.

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Um ihn zu nüchternen, verpassten ihm Funktionäre eine kalte Dusche und rieben ihn mit Wick VapoRub ein, um den Alkoholgeruch zu überdecken. Doch die Maßnahmen halfen wenig – das Spiel ging zwar weiter, doch Ahlenfelders Leistung blieb wackelig.

Obwohl der Vorfall als einer der lustigsten der Bundesliga-Geschichte gilt, beendete er nicht Ahlenfelders Karriere. Er leitete später noch 106 Erstligaspiele und erhielt 1984 die "Goldene Pfeife". Doch in der Bundesliga pfiff er nach diesem denkwürdigen Tag nie wieder. Sein letzter Einsatz in einer höheren Liga datiert aus dem Jahr 1985, als er in der 2. Bundesliga im Einsatz war.

Jahrzehnte später lebt die Geschichte weiter: Eine Kneipe nahe dem Weser-Stadion trägt heute seinen Namen, und Fans erheben noch immer das Glas auf den Schiedsrichter, der aus einem Routinespiel Fußball-Folklore machte.

Der "Ahlenfelder"-Drink und die nach ihm benannte Kneipe sorgen dafür, dass sein kurioser Auftritt Teil der deutschen Fußballkultur bleibt. Zwar beendete das Spiel von 1975 vorzeitig seine Bundesliga-Laufbahn, doch seine späteren Erfolge bewiesen sein Können – auch wenn dieser eine Tag alles andere überstrahlte.