30 March 2026, 10:37

Bonn und Köln protestieren gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt und fordern Taten

Gruppe von Menschen mit einem Banner "Du kannst uns nicht unterdrücken, vereine dich widerstehe Feminist" auf einer Straße mit einem Fahrrad in der Nähe, Ballons und Drähte im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Bonn und Köln protestieren gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt und fordern Taten

Hunderte Menschen gingen am Sonntag in Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Die Kundgebung folgte einer größeren Demonstration in Köln am Vortag, bei der über 5.000 Menschen für dieselbe Sache auf die Straße gegangen waren. In Bonn organisierten ein breites Bündnis aus Stadtratsparteien – Grüne, CDU, SPD und Volt – die Veranstaltung und unterstrichen damit die wachsende Besorgnis über alle politischen Lager hinweg.

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Die Protestaktion auf dem Bonner Marktplatz vor dem alten Rathaus zog mehr als 500 Teilnehmer an. Redner forderten immer wieder Männer auf, Verantwortung zu übernehmen und frauenfeindliche Einstellungen zu hinterfragen. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Bundeskanzler Friedrich Merz für dessen jüngste Äußerungen zu Gewalt und verlangte strengere Gesetze zum Schutz von Frauen. Seine Worte wurden mit lautem Applaus bedacht.

Auch Politikerinnen der CDU-Frauenunion sprachen sich für bessere Schutzmaßnahmen für Frauen aus, stießen jedoch auf eine zurückhaltendere Reaktion – teilweise gab es sogar Buhrufe aus der Menge. Die Demonstrationen erfolgen vor dem Hintergrund einer Der-Spiegel-Untersuchung von Anfang dieses Jahres, in der die Schauspielerin Collien Fernandes ihrem Ex-Mann, dem Schauspieler Christian Ulmen, digitale Gewalt vorwarf.

Das Thema hat seitdem bundesweite Aufmerksamkeit erhalten. Kanzler Merz sprach in einer Regierungssitzung von "explodierender Gewalt" – sowohl im physischen als auch im digitalen Raum. Justizministerin Stefanie Hubig arbeitet nun an Reformen, darunter elektronische Fußfesseln für gewalttätige Ex-Partner sowie ein Gesetzentwurf gegen unerlaubte Nacktaufnahmen und KI-generierte Deepfakes. Die Grüne Ricarda Lang treibt einen Zehn-Punkte-Plan voran, der strafrechtliche Konsequenzen für sexualisierte Deepfakes und ein Verbot von "Nudify"-Apps fordert.

Die Proteste in Bonn und Köln spiegeln die weitverbreitete Wut über sexualisierte Gewalt im Rheinland wider. Der politische Druck auf Bundesebene wächst, und erste Reformen sind bereits in Gang. Die Debatte dreht sich nun darum, wie schnell und wirksam neue Gesetze umgesetzt werden können.

Quelle