20 February 2026, 18:00

Brüder vor Gericht: Illegale Vogelfalle im Wald entsetzt Tierschützer

Drei Greifvögel, darunter ein Habicht, sitzen auf einem Ast mit einem Papier darunter, auf dem Wörter und Zahlen geschrieben stehen.

Brüder vor Gericht: Illegale Vogelfalle im Wald entsetzt Tierschützer

Zwei Brüder aus Preußisch Oldendorf müssen sich wegen des Aufstellens einer illegalen Vogelfalle in einem Waldgebiet vor Gericht verantworten. Die große, selbstgebaute Falle wurde im Januar 2024 von Tierschützern entdeckt und löste Ermittlungen der Polizei aus. Die Behörden bestätigten später, dass die Falle bereits seit Dezember 2021 in Betrieb gewesen war.

Der von einem 67-jährigen Jäger angemietete Käfig war so konstruiert, dass er Vögel mit Fleischresten anlockte. Einmal im Inneren, konnten die Tiere durch eine kleine Öffnung hineingelangen, waren aber mit ausgebreiteten Flügeln nicht mehr in der Lage zu entkommen. Bei der Kontrolle der Falle fanden die Beamten zudem den Kadaver eines Vogels in der Nähe.

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Eine am Tatort installierte Wildkamera half den Ermittlern, die Verdächtigen zu identifizieren – den Jäger und seinen Bruder. Der Jäger behauptete, die Falle sei nicht mehr funktionsfähig gewesen, doch die Beweise widersprachen dieser Aussage. Unterdessen befreiten Tierschützer in einem separaten Fall in Spanien am 7. November 2025 insgesamt 1.094 Vögel aus ähnlichen Fallen und Netzen, wobei unklar bleibt, wie viele Tiere zuvor bereits gestorben waren.

Der bevorstehende Prozess am Amtsgericht Lübbecke wird sich auf das Motiv der Tat konzentrieren. Lebendfallen für Vögel sind in Deutschland aufgrund ihrer Grausamkeit und der unkontrollierten Schädigung von Wildtieren verboten.

Der Fall wirft ein Licht auf das anhaltende Problem illegaler Fangmethoden in Europa. Nun müssen die Behörden klären, ob die Brüder vorsätzlich oder fahrlässig handelten. Bei einer Verurteilung drohen ihnen Strafen nach dem Tierschutzgesetz.