Charli XCX polarisiert mit The Moment – vom Pop-Hit zum umstrittenen Filmdebüt
Annerose KensyCharli XCX polarisiert mit The Moment – vom Pop-Hit zum umstrittenen Filmdebüt
Charli XCX wagt sich mit ihrem Mockumentary The Moment auf die 3sat-Leinwand – der Film feierte auf dem Sundance Festival 2026 Premiere. Das Projekt markiert einen Wechsel nach ihrem rekordbrechenden Album Brat aus dem Jahr 2024, das den kulturellen Hype um den sogenannten "Brat Summer" prägte. Während das Album gefeiert wurde und ausverkaufte Tourneen folgte, fällt die Resonanz auf den Film weitaus gespalten aus.
Die Sängerin ist zudem in zwei weiteren Sundance-Premieren zu sehen, The Gallerist und I Want Your Sex, und wird bald in dem Horror-Remake Faces of Death mitspielen.
In The Moment verkörpert Charli XCX eine fiktionalisierte Version ihrer selbst, die sich mit den Druck des Ruhms und der Angst auseinandersetzt, ihre kulturelle Relevanz zu überziehen. Regisseur Aidan Zamiri arbeitete eng mit ihr zusammen, um Themen wie künstlerische Langlebigkeit und den Spannungsbogen zwischen Schöpfung und öffentlicher Erwartung zu erkunden. Alexander Skarsgård spielt an ihrer Seite einen beunruhigenden Studio-Regisseur, der ihren Konzertauftritt dokumentieren soll – und verleiht dem Film damit eine satirische Schärfe.
Die Mockumentary hatte in Sundance eine polarisierende Premiere: Einige Kritiker taten den Film als "aufdringlich und wirr" ab, andere lobten "urkomische Szenen" und eine "inspirierte Kameraführung". Die Vorführung beim Berlin Film Festival im Zoo Palast zog hingebungsvolle Fans an, die stundenlang in eisiger Kälte Schlange standen. Doch auch hier blieben die Reaktionen zwiespältig – ein deutlicher Kontrast zum fast einhelligen Jubel für Brat im Vorjahr.
Für Charli XCX war The Moment ein kathartisches Projekt. Sie beschrieb den Film als Möglichkeit, reale Frustrationen zu verarbeiten und das Kapitel "Brat Summer" abzuschließen – ein Trend, der selbst den Wahlkampf der US-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris beeinflusste. In dem Film haben zudem Kylie Jenner, Julia Fox und Rachel Sennott Gastauftritte, die jeweils überzeichnete Versionen ihrer selbst spielen.
Neben The Moment erweitert die Künstlerin ihr schauspielerisches Repertoire: Sie ist in The Gallerist und I Want Your Sex zu sehen, die ebenfalls in Sundance debütierten, und wird als Nächstes in dem Kult-Horror-Remake Faces of Death mitwirken.
Charli XCX' Einstieg ins Filmgeschäft zeigt einen bewussten Wandel – weg von der musikalischen Dominanz, hin zum visuellen Storytelling. The Moment mag nicht an den Erfolg von Brat anknüpfen, doch der Film festigt ihren Platz in einem neuen kreativen Feld. Mit mehreren Projekten in der Pipeline ist ihr Übergang von der Pop-Ikone zur vielseitigen Künstlerin in vollem Gange.
