01 February 2026, 15:12

Deutsche Bahn lädt AfD ein – und zieht Einladung nach Protesten zurück

Ein deutsches Propagandaplakat für die Nazi-Partei, das zwei Männer auf einem Sofa zeigt, mit Text, der Informationen über die Partei enthält.

Evonik-Chef warnt kleine Unternehmen davor, sich an die AfD anzunähern - Deutsche Bahn lädt AfD ein – und zieht Einladung nach Protesten zurück

Ein jüngster Vorstoß einer führenden deutschen Wirtschaftsvereinigung hat die Debatte über die Verbindungen zwischen dem Mittelstand und der rechtsextremen AfD neu entfacht. Im Oktober 2025 hatte die Deutsche Bahn AfD-Abgeordnete zu einer parlamentarischen Veranstaltung eingeladen, die Einladung jedoch nach massiver Kritik wieder zurückgezogen. Der Vorfall reiht sich ein in wachsende Bedenken über die politischen Tendenzen mittelständischer Unternehmen, die traditionell das Rückgrat der deutschen Wirtschaft bilden.

Die Kontroverse begann, als der Verband AfD-Vertreter zu einem Abend im Bundestag einlud. Nach heftigen Protesten aus Politik, Wirtschaft und Bevölkerung ruderte die Vereinigung schnell zurück und bezeichnete den Schritt offiziell als Fehler. Bisher gibt es keine Hinweise auf eine formelle Zusammenarbeit zwischen der AfD und Mittelstands-Firmen vor diesem Ereignis.

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Evonik-Chef Christian Kullmann verurteilte öffentlich die zunehmende Annäherung mittelständischer Betriebe an die AfD. Er warnte, solche Verbindungen könnten autoritäre Tendenzen auf Kosten der demokratischen Debatte normalisieren. Seine Äußerungen fielen in eine Phase, in der der Chemiekonzern – mehrheitlich im Besitz der RAG-Stiftung mit 47 Prozent Beteiligung – für 2024 einen Umsatz von 15,2 Milliarden Euro und über 30.000 Beschäftigte vermeldete.

Kullmann führte den Wandel auf breitere Ängste vor wirtschaftlichem Niedergang und sozialer Instabilität zurück. Zwar kritisiert die AfD seit Langem die Grünen-Politik als schädlich für Familienbetriebe und fordert Steuersenkungen wie die Abschaffung der Erbschaftssteuer, doch gibt es keine Belege dafür, dass sich der Mittelstand im Vergleich zu anderen Sektoren besonders der Partei zuwendet.

Die zurückgezogene Einladung verdeutlicht die Spannungen zwischen wirtschaftlichen Interessen und politischen Werten. Branchenführer wie Kullmann stehen nun unter Druck, ihre Haltung zur AfD klarer zu positionieren. Bisher bleibt der Vorfall ein Einzelfall, doch er unterstreicht das schwierige Gleichgewicht zwischen unternehmerischen Belangen und demokratischen Grundsätzen.