Deutz und Daimler Truck setzen auf Wasserstoff und Automatisierung für die Zukunft
Tilo RohtDeutz und Daimler Truck setzen auf Wasserstoff und Automatisierung für die Zukunft
Zwei große deutsche Industrieunternehmen gestalten ihre Strategien um, um in sich wandelnden Märkten die Nase vorn zu behalten. Die Deutz AG, einst bekannt für herkömmliche Motoren, hat ihren Fokus auf Energielösungen und Verteidigungsprojekte verlagert. Gleichzeitig setzt Daimler Truck auf Elektrifizierung und autonome Technologien, um das künftige Wachstum voranzutreiben.
Beide Konzerne passen sich neuen Anforderungen an und behalten dabei eine solide finanzielle Position in ihren Branchen bei.
Deutz hat sich von seinen Wurzeln als klassischer Motorenhersteller entfernt. Im Rahmen der "Dual+"-Strategie konzentriert sich das Unternehmen nun auf Notstromaggregate für Rechenzentren, Wasserstoff-Verbrennungsmotoren und unbemannte Verteidigungssysteme. Diese Bereiche sind mittlerweile zentral für das Geschäft und treiben das Umsatzwachstum deutlich voran.
Langfristig sieht Deutz weiterhin eine Rolle für Verbrennungsmotoren – vorausgesetzt, sie laufen mit klimaneutralen Kraftstoffen. Wasserstoffverbrennung und HVO (hydriertes Pflanzenöl) sind dabei Schlüsselkomponenten. Allerdings könnte die Expansion in den Verteidigungssektor dem Unternehmen helfen, wirtschaftliche Abschwünge zu überstehen, auch wenn weitere Übernahmen die Finanzierung belasten und zusätzliche Management-Herausforderungen mit sich bringen könnten.
Daimler Truck, mit einer Marktkapitalisierung von knapp 35 Milliarden Euro, schlägt einen anderen Weg ein. Das Unternehmen deckt alles ab – von der Fahrgestellproduktion bis zum digitalen Flottenmanagement. Seine duale Antriebsstrategie kombiniert batterieelektrische Antriebe mit Wasserstoff-Brennstoffzellen. Darüber hinaus sieht es große Chancen im autonomen Fahren und in der Margensteigerung innerhalb des Mercedes-Benz-Segments.
Finanziell bleibt Daimler Truck eine klassische Value-Aktie mit einem KGV von etwa 11 und einer Dividendenrendite von fast fünf Prozent. Deutz hingegen wird mit einem höheren KGV gehandelt, verweist aber auf ein Umsatzwachstum von 13 Prozent, um die Bewertung zu rechtfertigen.
Deutz' Ausrichtung auf Energie und Verteidigung stellt einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit dar, während Daimler Truck seine Stärken in der Automobil- und Technologiebranche weiter ausbaut. Beide Strategien spiegeln übergeordnete Branchentrends wider – Nachhaltigkeit, Automatisierung und Diversifizierung. Wie gut diese neuen Wege in den kommenden Jahren tragen, wird ihre finanzielle Performance entscheiden.






