DHL-Chef fordert Reformen: Paketgewicht soll auf 20 Kilogramm sinken
Marie-Theres SegebahnDHL-Chef fordert Reformen: Paketgewicht soll auf 20 Kilogramm sinken
DHL-Group-Chef Tobias Meyer hat Reformen des deutschen Postsystems gefordert, um die anhaltenden Herausforderungen in der Branche zu bewältigen. Er schlug vor, das gesetzliche Höchstgewicht für Sendungen auf 20 Kilogramm zu senken – mit Verweis auf Bedenken hinsichtlich der Arbeitssicherheit und der Servicequalität. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen wegen Lieferproblemen und einer steigenden Anzahl von Beschwerden unter Druck gerät.
Meyer ging auf die Schwierigkeiten während des Sommers ein, als es zu Lieferverzögerungen gekommen war. Diese Probleme seien mittlerweile behoben, betonte er. Dennoch kritisierte er die Bundesnetzagentur für ihre unzureichende Bearbeitung von Kundenbeschwerden. So entfalle auf die deutsche Bahn nur ein geringer Teil der rund 23.000 im frühen Jahr 2025 registrierten Beanstandungen.
Der Vorstandsvorsitzende argumentierte, dass die hohe Zahl an Beschwerden das Image der deutschen Postdienste belaste. Zugleich bezeichnete er die Statistiken als irreführend, da sie kein vollständiges Bild der Lage widerspiegelten. Über die Beschwerdeproblematik hinaus wies Meyer auf grundsätzliche Schwierigkeiten im klassischen Briefgeschäft hin, das durch die Digitalisierung und sinkende Briefvolumina unter Druck gerate. Als Reaktion darauf führt DHL die Brief- und Paketzustellung zusammen.
Meyer forderte die Bundesregierung zudem auf, die Gewichtsgrenze für Pakete zu reduzieren, räumte jedoch ein, dass es dafür bisher keine einheitliche Unterstützung gebe. Einige Wettbewerber lehnten die Änderung ab, und kein zuständiges Ministerium habe sich bisher hinter den Vorschlag gestellt.
Ziel von Meyers Plänen ist es, die körperliche Belastung der Mitarbeiter zu verringern und die Zuverlässigkeit des Services zu verbessern. Das Unternehmen passe seine Abläufe weiterhin an die sich wandelnde Nachfrage an. Bislang bleibt die Haltung der Regierung zur Gewichtsgrenze jedoch unklar – die Debatte bleibt damit vorerst ungelöst.
