14 April 2026, 20:32

Dichands Machtübernahme bei der Kronen Zeitung beendet eine Medienära

Titelseite der deutschen Zeitung "Weitpreubliche Zeitung" vom 13. November 1939, die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Umgebung zeigt.

Dichands Machtübernahme bei der Kronen Zeitung beendet eine Medienära

Ein tiefgreifender Wandel in der europäischen Medienlandschaft steht bevor. Christoph Dichand, Verleger der österreichischen Kronen Zeitung, hat die Genehmigung erhalten, die Anteile der Familie Funke an der Funke-Mediengruppe zu übernehmen. Mit dem Deal würde die Kronen Zeitung erstmals in ihrer Geschichte vollständig in den Besitz der Familie Dichand übergehen.

Hinter dieser Entwicklung steckt eine jahrzehntelange Rivalität sowie eine ebenso lange Partnerschaft zwischen zwei einflussreichen Zeitungsdynastien.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1948, als Jakob Funke, Sohn eines Krupp-Schlossers, in Bochum die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) gründete. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die WAZ zur größten Regionalzeitung Deutschlands. Später dehnte sich ihr Einfluss bis nach Österreich aus und prägte die Medienlandschaft des Landes maßgeblich mit.

1959 gründete der österreichische Medienunternehmer Kurt Falk gemeinsam mit Hans Dichand die Kronen Zeitung. Falk steuerte das Startkapital bei und hielt bis 1987 einen Anteil von 50 Prozent. Parallel dazu brachte er 1985 die kühne Boulevardzeitung täglich Alles auf den Markt, die bis zum Jahr 2000 erschien. Die Zusammenarbeit der beiden Männer legte den Grundstein für ein komplexes Geflecht an Medienbeteiligungen.

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1988 schlossen sich die Kronen Zeitung, der Kurier und die WAZ-Gruppe zu Mediaprint zusammen, einem Joint Venture für Anzeigen, Druck und Vertrieb. Diese Kooperation verband das Schicksal der Zeitungen noch enger. Mit den Jahren wuchsen die Spannungen zwischen den Familien Dichand und Funke – insbesondere nach dem Tod von Hans Dichand. Sein Sohn Christoph erbte nicht nur die Anteile, sondern auch die Vorbehalte seines Vaters gegen die deutschen Miteigentümer.

Die geplante Übernahme würde einen lang gehegten Wunsch von Hans Dichand erfüllen: die vollständige Kontrolle der Kronen Zeitung durch seine Familie. Branchenbeobachter weisen zudem darauf hin, dass die mit der konservativen ÖVP verbundene Raiffeisen-Gruppe Einfluss auf den Kurier nehmen wollte. Sollte der Deal perfekt gemacht werden, markiert dies das Ende einer Ära für das Medienimperium der Familie Funke.

Die Übernahme würde die Kronen Zeitung vollständig in die Hände der Familie Dichand legen. Gleichzeitig endet damit ein 75-jähriges Kapitel der Funke-Mediengeschichte, das mit einer einzigen Zeitung im Nachkriegsdeutschland begann. Dieser Wandel könnte die Medienlandschaft in Deutschland und Österreich auf Jahre hinaus prägen.

Quelle