Digitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
Tilo RohtDigitalpakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen Einigung - Aber die Liste der Mängel bleibt lang
DigitalPakt 2.0: Solinger Schulen begrüßen die Einigung – doch die Mängelliste bleibt lang
Solingen – Nach über einem Jahr Stillstand gibt es endlich Bewegung bei der digitalen Ausstattung der Schulen: Bund und Länder haben sich auf den DigitalPakt 2.0 verständigt. In Solingen wird die Entscheidung grundsätzlich begrüßt – von Euphorie kann jedoch keine Rede sein. Zu viele Baustellen gibt es noch, zu zahlreich sind die Geräte, die seit Langem kaputt in den Regalen stehen.
Schulen in Solingen blicken auf Monate der Unsicherheit bei der Digitalförderung zurück, was dringende Reparaturen und Modernisierungen verzögert hat. Die Stadt zeigt sich zwar erleichtert über den Start des DigitalPakt 2.0, bleibt aber skeptisch, ob die Mittel langfristig ausreichen. Das neue Abkommen zwischen Bund und Ländern soll zwar die Klassenzimmer modernisieren – doch mit weniger Geld als zuvor.
Der DigitalPakt 2.0 soll Schulen mit besserer digitaler Ausstattung versorgen, darunter Geräte, Infrastruktur und Fortbildungen für Lehrkräfte. Anders als sein Vorgänger sieht er jedoch geringere Fördersummen vor und ermöglicht es den Ländern, eigene Ausgaben von den Bundeszuschüssen abzuziehen. Solingen und andere Kommunen waren monatelang ohne klare Vorgaben geblieben, was die Erneuerung veralteter Technik verzögerte.
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE), eine Lehrergewerkschaft, kritisiert die zögerliche Umsetzung und fordert schnellere, unkompliziertere Förderverfahren. Die Schulen bräuchten mehr als nur neue Geräte – gefragt seien moderne Unterrichtsmethoden, KI-taugliche Systeme und gezielte Fortbildungen für Lehrkräfte, betont der Verband. Zudem warnt er: Digitale Bildung sei kein kurzfristiges Projekt, sondern eine dauerhafte Aufgabe. Für Solingen bringt der Pakt immerhin Planungssicherheit für die nächsten fünf Jahre – doch angesichts der anstehenden Herausforderungen fällt die Reaktion der Stadt verhalten aus.
Die Umsetzung liegt in regionaler Hand: In Nordrhein-Westfalen steuert die Bezirksregierung Köln die Genehmigungen, bevor die Mittel bei den Schulen ankommen. Der neue Pakt bietet zwar einen strukturierten Rahmen für digitales Lernen, doch sein Erfolg hängt von einer effizienten Verteilung und langfristigen Planung ab. Solingens Schulen erhalten zwar Unterstützung, doch das gekürzte Budget und bürokratische Hürden könnten den Fortschritt bremsen. Der VBE drängt bereits auf ein Nachfolgeabkommen – den DigitalPakt 3.0 – um eine erneute Finanzierungslücke zu vermeiden.
