Dortmunder Apothekerin schließt Filiale nach extremen Arbeitsbedingungen und finanziellen Verlusten
Leokadia MansDortmunder Apothekerin schließt Filiale nach extremen Arbeitsbedingungen und finanziellen Verlusten
Wafaa Choukrane musste eine ihrer drei Apotheken in Dortmund schließen - nach monatelangem Kampf mit unhaltbaren Arbeitsbelastungen und finanziellen Verlusten. Mit der Entscheidung will sie die verbleibenden beiden Standorte konsolidieren, um dort weiterhin eine hochwertige Versorgung zu gewährleisten. Gleichzeitig fordert sie bessere Fördermittel, um das Überleben kleiner Apotheken langfristig zu sichern.
Ursprünglich betrieb Choukrane drei Filialen, doch die Anforderungen wurden für sie immer unerfüllbarer. Besonders die Notdienste zwangen sie dazu, bis zu 72 Stunden am Stück zu arbeiten – ohne Pausen oder Urlaub. Trotz aller Anstrengungen schrieb die Wasserburg-Apotheke rote Zahlen, sodass die Schließung unvermeidbar wurde.
Die Vergütung für die Notdienstleistungen deckte die Personalkosten bei Weitem nicht, was die finanzielle Belastung weiter verschärfte. Um dennoch eine lückenlose Patientenversorgung zu garantieren, verlegte Choukrane die Dienstleistungen in die nur 500 Meter entfernte Ardey-Apotheke. Dadurch konnte sie die vollständige Betreuung ihrer Stammkunden aufrechterhalten.
Nun konzentriert sie sich auf ihre beiden verbleibenden Apotheken und prüft Möglichkeiten, den Zugang zu verbessern – unter anderem durch Gespräche über zusätzliche Parkplätze. Doch sie warnt: Ohne höhere Erstattungssätze könnten unabhängige Kleinapotheken wie ihre bald ganz verschwinden. Der Druck durch überlange Arbeitszeiten und geringe Rentabilität hat sie bereits gezwungen, ihren Betrieb einzuschränken.
Die Schließung der Wasserburg-Apotheke steht exemplarisch für die Herausforderungen, vor denen kleine Apothekenbetreiber stehen. Choukranes verbleibende Filialen werden die Gemeinde weiterhin versorgen, doch sie betont, dass dringend strukturelle Veränderungen nötig sind. Ohne fairere Finanzierung fürchtet sie, dass immer mehr unabhängige Apotheken ein ähnliches Schicksal ereilen wird.
