Düsseldorf stoppt Opern-Neubau – Rostock setzt auf neues Theater trotz Denkmalschutz-Streit
Tilo RohtDüsseldorf stoppt Opern-Neubau – Rostock setzt auf neues Theater trotz Denkmalschutz-Streit
Große Kulturprojekte in Düsseldorf und Rostock stehen vor deutlichen Veränderungen. In Düsseldorf wurden die Pläne für ein neues Opernhaus wegen explodierender Kosten verworfen. Unterdessen treibt Rostock den Bau eines neuen Theaters voran – trotz anhaltender Debatten um das historische Volkstheater.
Ursprünglich wollte Düsseldorf sein Nachkriegs-Opernhaus durch einen modernen Entwurf des Architekturbüros Snøhetta ersetzen. Die Kosten stiegen jedoch rasant auf 1,8 Milliarden Euro an, woraufhin das Projekt aufgegeben wurde. Das Grundstück am Wehrhahn fiel zurück an die Stadt, und nun konzentrieren sich die Verantwortlichen auf die Sanierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten. Die Modernisierung des Bonatz-Baus wird auf 400 bis 500 Millionen Euro geschätzt.
In Rostock hatte die regierende CDU vorgeschlagen, das Volkstheater abzureißen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen. Doch das Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin stellte große Teile des Gebäudes unter Schutz, was einen Abriss unwahrscheinlich macht. Das 1943 erbaute Volkstheater entwickelte sich später zu einem modernen Wahrzeichen der DDR-Architektur.
Trotz der Kontroversen baut die Baufirma Hascher Jehle in Rostock für 208 Millionen Euro ein neues Theater. Gleichzeitig bietet der Entwurf des „Blau-Grünen Rings“ von raumwerk eine kostengünstigere Alternative zu Snøhettas verworfenem Opernhaus-Projekt.
Düsseldorf setzt nach dem Scheitern des teuren Snøhetta-Entwurfs nun auf die Aufwertung des bestehenden Opernhauses. Rostock realisiert unterdessen sein neues Theater, während das unter Denkmalschutz stehende Volkstheater weiterhin für Diskussionen sorgt. Beide Städte stehen vor der Herausforderung, Modernisierung, Denkmalschutz und Haushaltszwänge in Einklang zu bringen.






