16 February 2026, 09:16

Düsseldorfs Rosenmontagszug attackiert Trump, Putin und Söder mit beißender Satire

Ein Blatt mit der Überschrift "Carnivals Parisiens par Louis Morin" in fetter Schrift, das farbenfrohe, detaillierte Entwürfe von Menschen in bunten Kostümen und Masken bei einer lebhaften KarnevalsSzene zeigt.

Fasching in Düsseldorf: Satire trifft Putin, Trump und Merz - Düsseldorfs Rosenmontagszug attackiert Trump, Putin und Söder mit beißender Satire

Düsseldorfs Rosenmontagszug sorgt mit politischer Spitzen-Satire erneut für Aufsehen

Der traditionelle Rosenmontagszug in Düsseldorf hat einmal mehr für Kontroversen gesorgt – diesmal mit beißendem Spott über weltweite Politiker und gesellschaftliche Missstände. Im Fokus der diesjährigen Wagen standen unter anderem Wladimir Putin, Donald Trump USA, und sogar Jeffrey Epstein. Der Künstler Jacques Tilly, der für die Gestaltung verantwortlich zeichnet, zeigt sich trotz anhaltender juristischer Auseinandersetzungen mit Russland ungebrochen.

Besonders provokant: Mehrere Motivwagen nahmen den russischen Präsidenten auf die Schippe, darunter einer, auf dem Putin eine blaue Drohne mit dem Logo der AfD steuert. Ein weiterer Wagen zeigt ihn gemeinsam mit Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping – eine Darstellung, die nun Gegenstand eines Moskauer Gerichtsverfahrens ist. Tilly wird "Verleumdung staatlicher Organe" vorgeworfen; der Prozess wurde auf den 26. Februar 2026 vertagt.

Auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump blieb nicht verschont: Ein Wagen zeigt ihn, wie er eine "Liebe und Menschlichkeit"-Figur schlägt, während er ein Abzeichen der Einwanderungsbehörde ICE am Arm trägt. Jeffrey Epstein wurde als dämonische Gestalt karikiert, die deutschen Politiker Friedrich Merz und Markus Söder steuern dagegen einen dinosaurierförmigen Wagen. Neben der Politik thematisierte der Zug gesellschaftliche Probleme wie Smartphone-Sucht bei Kindern, explodierende Mieten und den Niedergang regionaler Senfmarken.

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Tillys Werke haben bereits international für Aufmerksamkeit gesorgt – etwa mit früheren Wagen, die die Zerstörung der ukrainischen Heizungsinfrastruktur anprangerten oder das iranische "Mullah-Regime" persiflierten. Düsseldorf reagiert auf die russischen Drohungen mit unbeugsamem Widerstand: Statt einzuknicken, wurde der Zug erweitert – und noch mehr Putin-Motive eingebaut.

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug bleibt damit eine Plattform für grenzenlose Satire und gesellschaftskritische Kommentare, die Humor mit politischer Schärfe verbinden. Die anhaltenden juristischen Schwierigkeiten Tillys in Russland haben dem Event nur zusätzlichen Widerstandsgeist verliehen – und sorgen dafür, dass die Wagen weiterhin international diskutiert werden. Die diesjährige Ausgabe festigt seinen Ruf als furchtlose Bühne für Satire und gesellschaftliche Debatten.