Europas Landwirtschaft kämpft um globale Konkurrenzfähigkeit durch strenge Biotech-Regeln
Leokadia MansTopmanager fürchten wirtschaftlichen Graben zum USA - Europas Landwirtschaft kämpft um globale Konkurrenzfähigkeit durch strenge Biotech-Regeln
Europas Agrarsektor steht vor wachsenden Herausforderungen, da strenge Vorschriften zur Genomeditierung seine globale Position gefährden. Ohne eine schnellere Zulassung neuer Biotech-Methoden könnte die Weizenproduktion langfristig zurückgehen. Gleichzeitig warnen Branchenführer, dass sich die wirtschaftlichen Gräben zwischen Europa und den USA vertiefen – ein größeres Risiko als die Spannungen mit China.
Die Europäische Union hat kürzlich ihre Regeln für genomische Techniken reformiert und damit die Zulassung von Nutzpflanzen mit Eigenschaften wie Dürre- und Hitzebeständigkeit erleichtert. Doch hohe regulatorische Hürden bremsen weiterhin den Fortschritt und verhindern, dass Landwirte den Weizenanbau an den Klimawandel anpassen können. Experten warnen: Ohne diese Technologien droht Europa, bei der landwirtschaftlichen Produktivität den Anschluss zu verlieren.
Bayer, ein führender Akteur in der Agrartechnologie, ist sowohl in Europa als auch in Nordamerika stark vertreten. Das Unternehmen übernahm 2018 den US-Konkurrenten Monsanto, dessen Glyphosat-Herbizid seit Jahren in rechtliche Auseinandersetzungen verwickelt ist. Bis Ende dieses Jahres erwartet Bayer eine deutliche Reduzierung seiner Haftungsrisiken im Zusammenhang mit Glyphosat. Die öffentliche Haltung in Europa gegenüber genomeditierten Lebensmitteln hat sich gewandelt – pragmatischer geworden, während die Biotech-Fortschritte voranschreiten. Doch Matthias Berninger, Bayers Chef-Lobbyist, argumentiert, dass ein Bruch der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen eine weit größere Bedrohung darstelle als eine Entkopplung von China. Er betont, Europa müsse seine Stärken nutzen, um nicht zum Ziel von US-Handelsfeindseligkeiten zu werden.
Die jüngsten Regeländerungen der EU ermöglichen zwar eine schnellere Zulassung klimaresistenter Sorten, doch Verzögerungen bei der Einführung könnten die Weizenerträge dennoch belasten. Während Bayer seine rechtlichen Altlasten abbaut und Branchenvertreter für engere Bindungen an die USA werben, hängt die landwirtschaftliche Zukunft Europas davon ab, Innovation und Regulierung in Einklang zu bringen. Untätigkeit könnte seine Position auf den globalen Agrarmärkten schwächen.
