05 January 2026, 00:48

Ex-RAF-Mitglied Daniela Klette steht wegen Supermarktüberfalls vor Gericht

Ein Marktplatz mit ausgestellten Schals und einigen Menschen.

Erinnerungslücken erschweren die Untersuchung im Klette-Prozess - Ex-RAF-Mitglied Daniela Klette steht wegen Supermarktüberfalls vor Gericht

Eine ehemalige Angehörige der Rote Armee Fraktion (RAF) muss sich wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an einem bewaffneten Überfall auf einen Supermarkt in Bochum-Wattenscheid im Jahr 2006 vor Gericht verantworten. Daniela Klette, heute 65 Jahre alt, soll als Fluchtfahrerin bei dem Coup fungiert haben, bei dem zwei vermummte Männer den Laden stürmten und mit rund 160.000 Euro flüchteten. Der Prozess ist einer der jüngsten Versuche, noch lebende RAF-Mitglieder für vor Jahrzehnten begangene Straftaten zur Rechenschaft zu ziehen.

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Der Raub ereignete sich am 15. Dezember 2006 in einem Aldi-Supermarkt in der Nähe der Autobahn A40. Laut Anklage wartete Klette draußen in einem gestohlenen Auto, während zwei Komplizen – Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub – den Laden betraten. Bewaffnet und maskiert sollen die Männer Bedienstete bedroht haben, bevor sie mit der Beute flohen.

Ein 68-jähriger Zeuge gab später an, am Morgen des Überfalls ein Auto in der Nähe eines Notausgangs gesehen zu haben. Darin habe eine kleinere Person gesessen, möglicherweise Klette, die eine Kapuze oder einen Hut trug. Ein weiterer Zeuge, 72 Jahre alt, bemerkte denselben Wagen mit beschlagenen Scheiben und laufendem Motor. Doch fast 18 Jahre später sind die Erinnerungen an das Ereignis verblasst, und wichtige Details bleiben unklar.

Klette wird nicht nur mit diesem Raub in Verbindung gebracht, sondern auch mit einer Reihe ähnlicher Überfälle zwischen 1999 und 2016. Die Behörden gehen davon aus, dass die Gruppe auf diese Weise insgesamt über 2,7 Millionen Euro erbeutet hat, um ihr Leben im Untergrund zu finanzieren. Garweg und Staub hingegen sind weiterhin flüchtig; seit den Razzien gab es keine bestätigten Sichtungen der beiden.

Die RAF, eine linksextremistische Terrororganisation, die von den 1970er- bis in die 1990er-Jahre aktiv war, löste sich 1998 offiziell auf. Doch eine kleine Gruppe um Klette soll weiterhin Straftaten begangen haben, um die verbliebenen Mitglieder zu unterstützen. Bei einer Verurteilung droht ihr eine lange Haftstrafe – sowohl für ihre Rolle beim Supermarktüberfall als auch für weitere Delikte.

Im Mittelpunkt des Prozesses stehen Zeugenaussagen, forensische Beweise und Finanzunterlagen, die Klette mit der Tat in Verbindung bringen. Während ihre mutmaßlichen Komplizen weiterhin untergetaucht sind, könnte der Fall neue Erkenntnisse über die letzten Jahre der RAF liefern. Ein Urteil wird in den kommenden Monaten erwartet und könnte die jahrzehntealten Ermittlungen einen Schritt näher an ihren Abschluss bringen.