01 January 2026, 11:34

Frankfurts Fernsehtürme kämpfen um ihre Rettung vor dem endgültigen Aus

Hohe Gebäude mit parkenden Autos in einer Parkfläche und ein Verkehrsampelmast auf der rechten unteren Seite.

Frankfurts Fernsehtürme kämpfen um ihre Rettung vor dem endgültigen Aus

Deutschlands einst beliebte Fernsehtürme stehen vor einer ungewissen Zukunft

Viele dieser Bauwerke, die ursprünglich mit Aussichtsplattformen, Restaurants und Nachtclubs ausgestattet waren, mussten wegen finanzieller Schwierigkeiten und strengerer Sicherheitsvorschriften schließen. Nur noch vier Türme im ganzen Land sind für Besucher geöffnet – andere, wie Frankfurts ikonische "Ginnheimer Spargel", drohen für immer dichtzumachen.

Der "Ginnheimer Spargel" im Frankfurter Stadtteil Ginnheim war einst ein lebendiges Wahrzeichen der Stadt. Mit 338 Metern Höhe beherbergte er ein Drehrestaurant und den Nachtclub "Sky Tower", bis er 1999 geschlossen wurde. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2023 bezifferte die Kosten für eine Wiedereröffnung auf 50 Millionen Euro, wobei die Bundesregierung die Hälfte übernehmen würde – vorausgesetzt, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt teilen sich die restlichen Ausgaben. Doch die Verhandlungen stocken, und die Bundeszusage läuft Ende 2025 aus.

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Auch der Frankfurter Europaturm, ein weiterer bekannter Turm, steht zwar noch, ist aber für die Öffentlichkeit gesperrt. Die Stadt ist Eigentümerin, doch eine mögliche Wiedereröffnung hängt von einer gemeinsamen Finanzierung ab: Die Bundesregierung hat bereits 25 Millionen Euro bewilligt, doch das Land Hessen und Frankfurt selbst zögern. Die fehlende finanzielle Zusagen des Oberbürgermeisters und die geringe Priorität innerhalb der grün geführten Koalition bremsen das Projekt aus.

Die meisten Fernsehtürme in Deutschland gehören heute zu GD Towers (ehemals DFMG, eine Tochter der Deutschen Telekom). Da Signale mittlerweile über Glasfaserkabel oder Satelliten übertragen werden, generieren die Türme kaum noch Mieteinnahmen. Strengere Sicherheitsauflagen machen eine Wiedereröffnung zudem teuer und aufwendig. Unterdessen kommen die Türme in Hamburg und Dresden einer Wiedereröffnung näher – hier übernimmt die Bundesregierung im Rahmen eines ähnlichen Fördermodells die Hälfte der Sanierungskosten.

Aktuell sind nur noch vier Fernsehtürme in Deutschland für Besucher zugänglich: der Fernsehturm am Berliner Alexanderplatz, der Düsseldorfer Rheinturm, der Dortmunder Florianturm und der Stuttgarter Fernsehturm auf dem Frauenkopf. Ohne schnelles Handeln könnten Frankfurts Türme für immer geschlossen bleiben – und die Stadt würde zwei ihrer einst berühmten Wahrzeichen verlieren.

Die Zukunft des "Ginnheimer Spargels" und des Europaturms hängt nun davon ab, ob die notwendigen Mittel rechtzeitig vor Ablauf der Bundeszusage gesichert werden können. Ohne eine Einigung zwischen Stadt und Land drohen beide Türme auf unbestimmte Zeit geschlossen zu bleiben. Gleichzeitig zeigen andere deutsche Städte, dass eine Wiedereröffnung mit abgestimmter finanzieller Unterstützung durchaus möglich ist.