12 February 2026, 15:43

Führerschein-Reform: Minister will Kosten senken und Übungsregeln lockern

Ein Plakat mit dem Text "Bundesstaaten vergeuden $3,613,969,972 durch die Durchsetzung von Marihuanagesetzen" und ein Bild eines Müllcontainers, der mit Geldscheinen überquillt.

Führerschein-Reform: Minister will Kosten senken und Übungsregeln lockern

Führerscheinausbildung in Deutschland wird immer teurer – jetzt plant der Bundesverkehrsminister Reformen

Das Fahrenlernen in Deutschland ist zunehmend kostspielig geworden: Für den vollständigen Führerschein müssen Anfänger mittlerweile mehr als 3.000 Euro einplanen. Gleichzeitig erschweren strenge Vorschriften es Fahranfängern, legal ohne qualifizierte Begleitung zu üben. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat nun ein Reformpaket vorgelegt, das die Kosten senken und die Auflagen lockern soll.

Die geplanten Änderungen könnten flexiblere Ausbildungsmöglichkeiten ermöglichen – etwa Übungsfahrten mit Familienmitgliedern oder Freunden statt mit professionellen Fahrlehrern. Doch bis die Reformen in Kraft treten, wird es voraussichtlich noch Jahre dauern.

Nach aktuellem Recht ist das Üben im öffentlichen Verkehr ohne Führerschein sowohl für den Fahrschüler als auch für die begleitende Person eine Straftat. Wer erwischt wird, riskiert Bußgelder oder sogar eine Sperrfrist von bis zu fünf Jahren, bevor der Führerschein erworben werden darf. Selbst auf ruhigen Landstraßen oder leeren Parkplätzen ohne ordnungsgemäße Aufsicht zu üben, kann zu Konsequenzen führen – darunter eine Verzögerung der Führerscheinerteilung um sechs Monate bis fünf Jahre.

Legal üben darf nur auf speziellen Verkehrsübungsplätzen, abgetrennten Privatgeländen, auf denen Fahranfänger ohne Führerschein fahren dürfen. Der Zugang ist jedoch reglementiert und kostet in der Regel zwischen 18 und 30 Euro pro Einheit. Während der ADAC in Kaarst eine solche Anlage für 20 Euro pro Stunde betreibt, gibt es keine offizielle bundesweite Statistik zu diesen Übungsflächen. Zum Vergleich: Eine Standard-Fahrstunde von 45 Minuten in der Fahrschule schlägt mit 55 bis 77 Euro zu Buche.

Um die hohen Kosten zu drücken, sieht Schnieders Reformpaket mehrere zentrale Maßnahmen vor. So sollen rein theoretische Unterrichtseinheiten künftig online absolviert werden dürfen. Zudem könnte die Zahl der Pflicht-Sonderfahrten – etwa auf Autobahnen oder bei Nacht – reduziert werden. Ein weiterer Vorschlag zielt auf die Zulassung von Laienausbildung ab: Eltern oder Freunde dürfen dann Übungsfahrten begleiten, ohne dass ein professioneller Fahrlehrer anwesend sein muss. Der ADAC unterstützt diesen Ansatz und verweist auf das erfolgreiche begleitete Fahren ab 17, bei dem Jugendliche mit einer erfahrenen Begleitperson vor dem vollen Führerschein fahren dürfen.

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Bevor die Änderungen greifen, muss Schnieder jedoch zunächst die Zustimmung der Ländervertreter auf der Verkehrsministerkonferenz einholen. Der Gesetzgebungsprozess wird voraussichtlich neun bis zwölf Monate dauern – neue Regeln würden somit frühestens 2027 in Kraft treten. Bis dahin bleiben Fahrschüler auf das bestehende System angewiesen, in dem sich durch den Vergleich von Fahrschulpreisen zwar einige Hundert Euro sparen lassen, die finanzielle Belastung insgesamt aber kaum sinkt.

Falls die Reformen beschlossen werden, wäre dies ein Paradigmenwechsel für die Fahrerlaubnis in Deutschland: Online-Theoriestunden, weniger Pflichtfahrten und Übungsmöglichkeiten mit Laien könnten die Kosten senken und die Flexibilität erhöhen. Da die Umsetzung jedoch noch Jahre auf sich warten lässt, müssen Fahranfänger vorerst auf bestehende Alternativen setzen – etwa private Übungsplätze oder gezielte Preisvergleiche.