31 January 2026, 23:28

Fünf gerettete Dörfer kämpfen um ihre Zukunft – doch die Zeit läuft davon

Eine Schwarz-Weiß-Zeichnung von einer Gruppe von Menschen, die vor einem Fabrikgebäude mit Häusern und Rauch aus den Schornsteinen im Hintergrund stehen, mit Text unten lesend 'Kohlebergbau-Katastrophe in England das Ende'.

Fünf gerettete Dörfer kämpfen um ihre Zukunft – doch die Zeit läuft davon

Fünf Erkelenzer Dörfer kämpfen um ihr Überleben – drei Jahre nach der Rettung vor dem Abriss

Dreiereinhalb Jahre nach ihrer Rettung vor dem Abriss ringen fünf Dörfer bei Erkelenzer darum, wieder zu neuem Leben zu erwachen. Trotz aller Bemühungen sind nur wenige ehemalige Bewohner zurückgekehrt, viele Häuser stehen leer, und der Verfall schreitet voran. Die zähe Entwicklung wirft Fragen nach den Förderfristen und der Zukunft dieser einst blühenden Gemeinden auf.

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Im Jahr 2022 stoppte ein Gerichtsurteil die Pläne, die Dörfer Keyenberg, Kückhoven, Neu-Kückhoven, Rinkelen und Hörath abzureißen. Rund 1.500 Menschen waren bereits umgesiedelt worden. Doch bis Anfang 2026 erhielten nur zwölf ehemalige Bewohner das Angebot, ihre alten Häuser zurückzukaufen. Lediglich eine Person hat den Prozess abgeschlossen, ein weiterer Vertrag steht kurz vor dem Abschluss, und sechs Familien überlegen noch, ob sie zurückkehren.

Der Rückkaufprozess hat bei vielen Frust ausgelöst – so auch bei Oliver Kanneberg, einem ehemaligen Bewohner von Kuckum, der seinen Umzugsversuch schließlich aufgab. Hohe Preise und die Sanierungskosten für die heruntergekommenen Häuser schrecken andere ab. Gleichzeitig werden die verbleibenden Häuser auf dem freien Markt verkauft, wobei der Energiekonzern RWE trotz des schlechten Zustands der Gebäude auf feste Preise pocht.

Die Einschätzungen lokaler Verantwortlicher zum Stand der Wiederbelebung fallen unterschiedlich aus. Lena Teschlade, SPD-Beauftragte, zweifelt daran, dass die bereitgestellten zwei Milliarden Euro bis zur Frist Ende des Jahres vollständig abgerufen werden können – bisher sind erst 546,5 Millionen Euro bewilligt. Ina Scharrenbach, CDU-Ministerin, zeigt sich dagegen optimistisch. Bürgermeister Muckel hat neue Gemeinschaftszentren, einen Kindergarten und langfristig sogar eine Schule versprochen – räumt aber ein, dass die vollständige Erholung ein Jahrzehnt dauern könnte.

Bis Januar 2026 werden die meisten ehemaligen Bewohner nicht zurückgekehrt sein, und neue sind noch nicht eingezogen. Ohne mehr Dynamik droht den Dörfern ein weiterer Niedergang, während die leeren Häuser zunehmend verfallen.

Die Zukunft der fünf Erkelenzer Dörfer steht auf der Kippe. Angesichts der nahenden Förderfristen und der geringen Rückkehrbereitschaft der Bewohner wirft das schleppende Tempo der Wiederbelebung viele Fragen auf. Wenn sich der Prozess nicht beschleunigt, könnte den Gemeinden statt der erhofften Erneuerung ein langfristiger Verfall drohen.