Fünf Jahre Haft für Zuhälter: „Loverboy-Methode“ zerrüttete Leben zweier Frauen
Tilo RohtMehr als fünf Jahre Haft wegen Zuhälterei - Fünf Jahre Haft für Zuhälter: „Loverboy-Methode“ zerrüttete Leben zweier Frauen
Ein 36-jähriger Mann aus Ratingen ist zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden, nachdem er zwei junge Frauen als Zuhälter ausgebeutet hatte. Das Gericht sprach ihn der Zuhälterei, Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung und Freiheitsberaubung schuldig. Zu seinen Verbrechen gehörte auch, eine der Betroffenen bereits im Alter von 15 Jahren systematisch an sich zu binden.
Der Mann nutzte die sogenannte "Loverboy-Methode", um seine Opfer zu manipulieren und sie über Jahre hinweg in die Prostitution zu zwingen. Eine der Frauen, heute 32 Jahre alt, erstattete im Januar 2024 Anzeige, woraufhin die Behörden ihn observierten und seine Kommunikation abhörten.
Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre Haft gefordert, doch das Gericht verhängte eine mildere Strafe. Zusätzlich zur Haft muss der Verurteilte an eines der Opfer 3.000 Euro und an das andere 8.000 Euro Schadensersatz zahlen. Zwei Mittäter – eine Partnerin und ein Komplize – erhielten Bewährungsstrafen von 15 bzw. sieben Monaten. Die Identität der Mutter seines Kindes bleibt in den öffentlichen Unterlagen ungenannt.
Das Urteil bringt den Opfern, die jahrelang ausgebeutet wurden, zumindest teilweise Genugtuung. Während der Haupttäter seine Strafe antreten muss, bleiben seine Helfer vorerst von einer Haftstrafe verschont. Der Fall zeigt einmal mehr, wie gefährlich manipulative Strategien wie das "Grooming" im Rahmen von Zwangsprostitution sind.
