Gamescom startet in Köln – doch die Gaming-Szene kämpft mit Hass und Einsamkeit
Tilo RohtGamescom startet in Köln – doch die Gaming-Szene kämpft mit Hass und Einsamkeit
Die größte Spielemesse der Welt, die Gamescom, öffnet an diesem Mittwoch in Köln ihre Tore. Hunderttausende Fans werden bis Sonntag zur Veranstaltung erwartet. Eine aktuelle Umfrage zeigt jedoch besorgniserregende Trends unter passionierten Gamern auf – von weit verbreiteter Belästigung bis hin zu Einsamkeit.
Laut der Erhebung wurden 38 Prozent der intensiven Spieler, die mehrmals pro Woche zocken, „sehr oft“ oder „ziemlich oft“ beleidigt. Unter allen Befragten, einschließlich Gelegenheitsgamern, gaben 14 Prozent an, häufig oder sehr häufig verbale Angriffe zu erleben. Die Drohungen reichten von körperlicher Gewalt bis zu Vergewaltigung, viele berichteten zudem von Cybermobbing.
Feindseligkeit gegenüber LGBTQ+-Personen und antifeministische Einstellungen waren unter Hardcore-Gamern weit verbreitet. Zudem stimmten 43 Prozent der passionierten Spieler der Aussage zu, Juden hätten zu viel Einfluss in der Welt. Die demografische Zusammensetzung dieser Gruppe ist stark männlich geprägt: Drei Viertel identifizieren sich als Männer, 55 Prozent sind zwischen 16 und 34 Jahre alt.
Einsamkeit stellt ein weiteres großes Problem dar – 58 Prozent der intensiven Spieler litten unter mäßiger oder starker Vereinsamung. Auffällig war auch das politische Engagement: 27 Prozent hatten im vergangenen Jahr an einer Demonstration teilgenommen, fast doppelt so viele wie im Bevölkerungsdurchschnitt (14 Prozent).
Die Ergebnisse verdeutlichen die ernsten Herausforderungen in der Gaming-Community, von Hass und Hetze bis hin zu sozialer Isolation. Die Umfrage erscheint just zur Eröffnung der Gamescom, die in diesen Tagen ein Massenpublikum erwartet – und unterstreicht damit die Dringlichkeit, diese Themen während der Messe zu diskutieren.






