17 February 2026, 19:41

Gefährlicher Weichmacher aus Sonnencreme in Kinderurin flächendeckend nachgewiesen – doch die Werte sinken

Ein Plakat mit einem zentralen Bild eines mit Flüssigkeit gefüllten Kolben, umgeben von anderen Kolben und Reagenzgläsern, mit dem Text "Ein Handbuch zur Detektion von Giften durch Medizinalchemie" unten.

Umweltbehörde: Schädliche Substanz in Urin von fast allen Kindern gefunden - Gefährlicher Weichmacher aus Sonnencreme in Kinderurin flächendeckend nachgewiesen – doch die Werte sinken

Ein bedenklicher Weichmacher, der mit Sonnencreme in Verbindung gebracht wird, wurde im Urin von Kindern und Jugendlichen in ganz Deutschland nachgewiesen. Neue Testergebnisse zeigen eine flächendeckende Belastung: Fast alle Proben aus dem Jahr 2025 wiesen Spuren der Chemikalie auf. Zwar hatten Behörden die Substanz bereits vor zwei Jahren erstmals entdeckt, aktuelle Daten deuten jedoch auf einen deutlichen Rückgang der Konzentrationen hin.

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2024 hatte das Umweltbundesamt (UBA) erstmals MnHexP – ein Abbauprodukt des Weichmachers Di-n-hexyl-phthalat (DnHexP) – in Urinproben nachgewiesen. Der Stoff, der in der EU nicht zugelassen ist, gelangte über eine Verunreinigung in einem UV-Filter von Sonnencremes in den Körper. Anfang 2025 bestätigte das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen den Nachweis bei Vorschulkindern.

In diesem Jahr enthielten 92 Prozent der Urinproben von jungen Menschen MnHexP. Bei zwei Teilnehmenden wurde der UBA-Referenzwert von 60 Mikrogramm pro Liter überschritten – mit Werten von 83 bzw. 107 Mikrogramm. Daten von September 2025 zeigen jedoch einen deutlichen Rückgang der durchschnittlichen Konzentration: von 5–10 Mikrogramm pro Liter im Jahr 2024 auf unter 1 Mikrogramm in 2025. Der Rückgang folgt auf Produkt-Rückrufe und eine verringerte Exposition.

Das UBA warnt seit Langem, dass Kinder und Jugendliche reproduktionstoxische Substanzen wie MnHexP oft in Mengen aufnehmen, die über den sicheren Grenzwerten liegen. Strengere EU-Beschränkungen für DnHexP in Sonnencremes treten erst im Januar 2027 in Kraft.

Obwohl die MnHexP-Werte stark gesunken sind, bleibt die Chemikalie im Urin junger Menschen weit verbreitet. Das UBA überwacht die Belastung weiterhin, während die Behörden die verschärften Kontrollen für 2027 vorbereiten. Die jüngste Abnahme führen die Behörden auf Rückrufe und eine reduzierte Verunreinigung in Sonnenschutzprodukten zurück.