08 February 2026, 11:17

Geisterparade Köln feiert 35 Jahre mit Protest gegen Wohnungsnot und spektakulären Kostümen

Eine Gruppe von Menschen geht eine Straße entlang neben einem Karnevalswagen, der mit Pflanzen und Blumen geschmückt ist, mit kostümierten Personen auf dem Wagen, Gebäuden, Bäumen und Strommasten mit Drähten im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.

Geisterparade Köln feiert 35 Jahre mit Protest gegen Wohnungsnot und spektakulären Kostümen

Kölner Geisterparade feiert 35. Jubiläum mit Protest und Feststimmung

Mit einer lebendigen Mischung aus Protest und Feier hat die Kölner Geisterparade ihr 35-jähriges Bestehen begangen. Tausende zogen in aufwendigen Kostümen durch die Straßen und verbanden politische Botschaften mit fantastischen Kreaturen. In diesem Jahr stand die Veranstaltung im Zeichen der städtischen Wohnungsnot – ein Thema, das der festlichen Atmosphäre eine scharfe Kante verlieh.

Den Auftakt bildete ein Umzug, bei dem sich viele Teilnehmer mit Kostümen und Accessoires dem Motto der Wohnungsfrage widmeten. Einige trugen Miniaturhäuser als Kopfbedeckung oder hielten Schilder mit der Aufschrift "Mieterhöhung" hoch. Der zentrale Slogan "Allerhööchste Zick för en andere Wohnungspolitik – mer können nit all em Kölner Dom schlofe" (Es ist höchste Zeit für eine andere Wohnungspolitik – wir können nicht alle im Kölner Dom schlafen) gab der Demonstration ihre Richtung vor.

Riesige, skurrile Figuren, die "Schnappviecher", führten den Zug an – ihre klappernden Mäuler und klingelnden Glöckchen zogen alle Blicke auf sich. Darunter befand sich auch ein gewaltiger, durchsichtiger Tintenfisch aus Plastikflaschen und -deckeln. Geister, Hexen, Totenschädel und Fabelwesen ergänzten das surreal anmutende Spektakel.

An der Spitze marschierte Erich Hermans, verkleidet als "Ähzebär" – ein im Kölner Dialekt verwurzelter Begriff für einen mürrischen Bären. Mit einem selbstgebastelten "Rummelpot"-Instrument führte er die Menge an. Hermans hatte 1993, zwei Jahre nach der ersten Parade, die Gruppe "Ähzebär un Ko e.V." mitgegründet.

Den Abschluss bildete eine Feier im Kölner Kulturzentrum Odonien, wo die Live-Musik der "Kapelle 3" für Stimmung sorgte. So endete ein Abend, der Aktivismus und Karnevalsgeist vereinte.

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Einmal mehr bewies die Geisterparade, dass sie Protest und Fest freudvoll verbinden kann. Das diesjährige Thema der Wohnungsnot traf bei vielen Teilnehmern auf Resonanz, während die typische Mischung aus Kreativität und Satire die Zuschauer in ihren Bann zog. Das 35. Jubiläum klang mit Musik aus – ein weiterer unvergesslicher Jahrgang dieser einzigartigen Kölner Veranstaltung.