22 March 2026, 12:37

Gericht kippt Vuelings Handgepäckregeln – ein Sieg für Verbraucherrechte im Flugverkehr

Eine Gruppe von Menschen an einem schwarz-weißen Flughafen-Szenario mit Gepäck und Schließfächern im Hintergrund.

Gericht kippt Vuelings Handgepäckregeln – ein Sieg für Verbraucherrechte im Flugverkehr

Ein deutsches Gericht hat die Handgepäckregelung von Vueling für ungerecht gegenüber Passagieren erklärt und damit gegen die Fluggesellschaft entschieden. Die Entscheidung folgt auf eine Klage des Verbandes der Verbraucherzentralen (vzbv), der argumentierte, dass Airlines keine Zusatzgebühren für angemessenes Handgepäck verlangen dürfen. Das Urteil könnte Präzedenzfall für ähnliche Verfahren gegen andere Billigfluglinien sein.

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Das Oberlandesgericht Hamm entschied, dass Vueling das kostenlose Handgepäck nicht auf eine einzige kleine Tasche mit den Maßen 20 x 30 x 40 Zentimeter beschränken darf. Die Richter betonten, dass Handgepäck ein essenzieller Bestandteil des Flugreises sei und grundlegende Bedürfnisse der Passagiere ohne zusätzliche Kosten decken müsse. Damit erringen Verbraucherschützer einen Erfolg, die solche Einschränkungen seit Langem kritisieren.

Ramona Popp, Vorstandsvorsitzende des vzbv, warf den Airlines vor, gegen EU-Recht zu verstoßen, indem sie nur winzige Taschen ohne Aufpreis zuließen. Sie forderte klare rechtliche Standards, darunter ein kostenloses Handgepäckstück mit mindestens 115 Zentimetern Gesamtgröße und bis zu zehn Kilogramm Gewicht sowie ein kleines persönliches Gepäckstück. Popp argumentierte, dass die Ticketpreise diese Grundleistungen abdecken sollten, statt Passagiere mit versteckten Gebühren zu belasten.

Unterdessen sind ähnliche Klagen gegen EasyJet, Eurowings und Wizz Air noch nicht entschieden. Die Thematik gewinnt zusätzlich an Bedeutung, da heute in Brüssel die EU-Verhandlungen über eine Reform der Fluggastrechte begannen. Vor diesen Gesprächen hatte der Europäische Rat keine Mindeststandards für kostenloses Handgepäck festgelegt, während das Europäische Parlament in einer Resolution von 2023 zumindest eine kostenlose Tasche (40x30x20 cm, 4 kg) gefordert hatte. Die Europäische Kommission hatte zuvor vorgeschlagen, Airlines zu verpflichten, ein kleines Gepäckstück und ein persönliches Utensil ohne strenge Größen- oder Gewichtsbeschränkungen zuzulassen, um unfaire Gebühren zu verhindern.

Das Urteil zwingt Vueling nun zur Änderung seiner Richtlinien und könnte auch andere Airlines beeinflussen, die mit rechtlichen Herausforderungen konfrontiert sind. Angesichts der laufenden EU-Reformen könnten bald klarere Regeln für Handgepäck für alle Fluggesellschaften gelten. Das Ergebnis könnte unerwartete Kosten für Reisende verringern und gleichzeitig strengere Verbraucherschutzstandards im Luftverkehr setzen.

Quelle