Göttinger Vize-Bürgermeister suspendiert: Ermittlungen wegen mutmaßlicher Pflichtverletzung
Annerose KensyGöttinger Vize-Bürgermeister suspendiert: Ermittlungen wegen mutmaßlicher Pflichtverletzung
Jan Welzel, stellvertretender Bürgermeister von Göttingen, ist von der Bezirksregierung Düsseldorf vorläufig vom Dienst suspendiert worden. Der Schritt erfolgt im Rahmen laufender strafrechtlicher und disziplinarischer Ermittlungen gegen ihn. Welzel bestreitet jegliches Fehlverhalten und betont, dass es keine Beweise für persönliche Bereicherung gebe.
Die Suspendierung steht im Zusammenhang mit der Aufarbeitung eines Vorfalls aus dem Jahr 2019, bei dem eine Warnung der Bundespolizei und eine interne Dienstanweisung eine Rolle spielen. Parallel dazu hat die Stadt damit begonnen, Welzels Aufgaben neu zu verteilen, um den reibungslosen Ablauf der Amtsgeschäfte zu gewährleisten.
Der Fall geht auf eine Compliance-Prüfung zurück, die während der Amtszeit des früheren Oberbürgermeisters Tim Kurzbach in Braunschweig eingeleitet wurde. Die Staatsanwaltschaft wertete im Rahmen der Ermittlungen Dokumente und Zeugenaussagen aus dieser Zeit neu aus und stieß dabei auf Details, die nun mit den Vorwürfen gegen Welzel in Verbindung gebracht werden. Obwohl ihm keine finanzielle Bereicherung vorgeworfen wird, prüfen die Ermittler, ob er Kenntnis von Zahlungen an Dritte hatte.
Ein separates Disziplinarverfahren gegen Kurzbach läuft weiterhin. Die CDU kritisiert die Stadtverwaltung wegen mangelnder Transparenz, insbesondere bei der Veröffentlichung der Prüfergebnisse. Parteivertreter fordern vollständige Aufklärung und abgestimmtes Handeln von der politischen Führung Göttingens. Als Reaktion auf seine Suspendierung hat Welzel Unterlagen an die Ermittler übermittelt, die seiner Aussage nach belegen, dass er sich kein Fehlverhalten zuschulden kommen ließ und keine persönlichen Vorteile gezogen habe. Die Stadt hat seine Aufgaben vorübergehend umverteilt, um die Stabilität im Führungsteam zu wahren.
Die Suspendierung Jan Welzels stellt eine bedeutende Entwicklung in der laufenden Verwaltungsüberprüfung Göttingens dar. Die Ermittlungen gegen Welzel und den früheren Oberbürgermeister Tim Kurzbach dauern an, wobei sich die Staatsanwaltschaft auf frühere Compliance-Verfahren konzentriert. Der Vorstoß der CDU für mehr Transparenz erhöht den Druck, während die Stadt sich auf die personellen Veränderungen einstellt.
