Heidi Klums "HeidiFest" spaltet München: Tradition vs. Promi-Glamour vor der Wiesn
Tilo RohtHeidi Klums "HeidiFest" spaltet München: Tradition vs. Promi-Glamour vor der Wiesn
Vorfest-Event von Supermodel Heidi Klum sorgt in München für Aufsehen
Ein Vorfest-Event zur Wiesn, veranstaltet von Supermodel Heidi Klum, hat in München für Kontroversen gesorgt. Der langjährige Oktoberfest-Wirt Christian Schottenhamel kritisierte das "HeidiFest" als peinlich und nicht im Einklang mit bayerischen Traditionen. Die prunkvolle Feier, die kurz vor dem offiziellen Start der Wiesn stattfand, zog mit einer prominenten Gästeliste und einer Live-TV-Übertragung besondere Aufmerksamkeit auf sich.
Das "HeidiFest" fand am Vorabend der Wiesn-Eröffnung im Münchner Hofbräuhaus statt. Live auf ProSieben übertragen, bot die Veranstaltung Musikauftritte, Prominente und einen großen Auftritt der Familie Kaulitz in einer Pferdekutsche. Später schloss sich Klum den offiziellen Oktoberfest-Feierlichkeiten an und verlängerte ihre Festlichkeiten in den traditionellen Festzelten.
Schottenhamel, eine bekannte Persönlichkeit auf der Wiesn, äußerte in einem Interview mit web.de seine Ablehnung. Den Namen "HeidiFest" bezeichnete er als schlecht gewählt, Fotos von der Veranstaltung nannte er "wirklich, wirklich schlecht". Die Straßensperren und die opulente Inszenierung, so seine Argumentation, würden Bayern in ein negatives Licht rücken und hätten wenig mit den kulturellen Wurzeln der Region zu tun.
Der Kontrast zwischen den beiden Events könnte kaum größer sein. Während auf dem offiziellen Oktoberfest Wirte wie Christian Baumgartner eine traditionelle, bierzelttypische Atmosphäre mit einem festen Hauptmoderator pflegen, setzen Nebenveranstaltungen wie das "HeidiFest" seit etwa 2015 auf einen modernen, ironischen und sozialmedienaffinen Stil – oft ohne einen einzelnen Hauptpräsentator.
Schottenhamels Kritik unterstreicht die wachsende Kluft zwischen dem traditionellen Münchner Oktoberfest und den neueren, von Prominenten geprägten Feiern. Zwar brachte das "HeidiFest" Glamour und Medienaufmerksamkeit mit sich, doch die Reaktion der etablierten Wirte fällt deutlich negativ aus. Die Debatte spiegelt die größeren Spannungen wider, die mit der sich wandelnden Selbstdarstellung des Festes einhergehen.