21 February 2026, 20:57

"Hier arbeitet ein Mensch!": Zugbegleiterin kämpft gegen tägliche Gewalt im Job

Eine Schwarz-Weiß-Szene eines Zugunglücks mit zwei Zügen auf den Schienen, umgeben von Menschen in Helmen, mit Strommasten, Bäumen, Gebäuden und einem klaren Himmel im Hintergrund.

"Hier arbeitet ein Mensch!": Zugbegleiterin kämpft gegen tägliche Gewalt im Job

Zugbegleiterin Mandy Brune fordert bessere Sicherheitsmaßnahmen nach wiederholten Übergriffen und Bedrohungen am Arbeitsplatz. Sie hat sich einer Kampagne angeschlossen, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, denen Bahnmitarbeiter täglich ausgesetzt sind. Das Thema gewinnt an Dringlichkeit, da die Angriffe auf Beschäftigte der Deutschen Bahn stark zunehmen.

Brune erlebte verbale Beleidigungen, gewalttätige Drohungen und Situationen, in denen sie in gefährlichen Umständen allein gelassen wurde. Mehrfach filmten Fahrgäste Vorfälle, statt einzugreifen und zu helfen. Sie bezeichnete die Gleichgültigkeit der Umstehenden als erschütternd – auch wenn sie ihren Beruf nach wie vor liebt.

Die Kampagne "Nie vergessen: Hier arbeitet ein Mensch!" zielt darauf ab, Reisende über die Herausforderungen zu informieren, mit denen Zugbegleiter und andere Beschäftigte im öffentlichen Dienst konfrontiert sind. Brune verzeichnet bereits erste Fortschritte: Einige Fahrgäste greifen mittlerweile ein, wenn sie bedroht wird. Sie hofft, dass sich dieser Trend weiter verstärkt.

Die Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Anstieg der Gewalt gegen Bahnmitarbeiter. Zwar liegen die endgültigen Daten für 2023 noch nicht vor, doch allein in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 wurden 2.987 Straftaten gegen Beschäftigte der Deutschen Bahn registriert – im Schnitt fünf körperliche Angriffe pro Tag. Als Reaktion darauf fordert Neithard von Böhlen, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Nordrhein-Westfalen, strengere Schutzmaßnahmen. Zu seinen Forderungen gehören Doppelte Besetzungen auf Zügen, Körperkameras für Mitarbeiter sowie eine spezielle Staatsanwaltschaft für Übergriffe auf Zugbegleiter.

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Brunes Engagement in der Kampagne spiegelt die wachsenden Bedenken hinsichtlich der Arbeitssicherheit im Bahnsektor wider. Während die Angriffe weiter zunehmen, pocht die Gewerkschaft auf konsequente Maßnahmen. Brune selbst bleibt zuversichtlich, dass mehr Bewusstsein zu größerer Unterstützung durch Fahrgäste und besseren Schutz für das Personal führen wird.