Infineon streicht Hunderte Stellen in Warstein – Fokus auf Industrieprodukte statt E-Autos
Marie-Theres SegebahnInfineon streicht Hunderte Stellen in Warstein – Fokus auf Industrieprodukte statt E-Autos
Infineon kündigt Stellenabbau am Standort Warstein an
Nach einem deutlichen Nachfragerückgang im Bereich Elektrofahrzeuge hat Infineon Stellenstreichungen an seinem Werk in Warstein angekündigt. Gleichzeitig verlagert der Halbleiterhersteller seinen Fokus auf industrielle Anwendungen und führt eine neue Produktlinie ein. Durch Vorruhestand und Abfindungsprogramme soll der Personalabbau ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen.
Am Standort Warstein entfallen mehrere hundert Arbeitsplätze. Unberührt bleiben lediglich Stellen, die mit Windkraft, Solarenergie und Ladeinfrastruktur verbunden sind. Die Produktion von Leistungsmodulen wird künftig im ungarischen Werk des Unternehmens in Cegléd gebündelt.
Um die Auswirkungen abzufedern, bietet Infineon freiwillige Vorruhestandsregelungen und Abfindungen an. Der Schritt folgt auf einen starken Rückgang der Aufträge aus der angeschlagenen E-Auto-Branche. Als Reaktion darauf konzentriert sich das Unternehmen nun verstärkt auf industrielle Märkte.
Erst diese Woche stellte Infineon die neue Produktlinie "EasyPACK C" vor, die auf Siliziumkarbid-Technologie basiert. Die Module bieten eine höhere Leistungsdichte und halten deutlich länger als ihre Vorgänger. Investoren werden die Veröffentlichung der Quartalszahlen für das vierte Quartal am 12. November mit Spannung verfolgen.
Analysten dürften dabei zwei zentrale Punkte unter die Lupe nehmen: das Ausmaß des Abschwungs im Automobilsektor und das Wachstumspotenzial der neuen Industrieprodukte. Die Geschäftszahlen könnten in den kommenden Monaten die Entwicklung der Infineon-Aktie maßgeblich beeinflussen.
Die Stellenkürzungen in Warstein spiegeln die Anpassung des Unternehmens an die schwächere Nachfrage nach Elektrofahrzeugen wider. Mit der neuen Industrie-Produktlinie will Infineon die Verluste im Automobilbereich ausgleichen. Die anstehenden Quartalszahlen werden weitere Klarheit über die finanzielle Perspektive und die strategische Neuausrichtung bringen.






