IW-Chef Hüther warnt: SPD-Pläne zur Erbschaftssteuer gefährden deutsche Unternehmen und Arbeitsplätze
Tilo RohtIW-Chef Hüther warnt: SPD-Pläne zur Erbschaftssteuer gefährden deutsche Unternehmen und Arbeitsplätze
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), hat die jüngsten Pläne der SPD zur Erbschaftssteuer scharf kritisiert. Er warnte, die Vorschläge könnten dazu führen, dass noch mehr Unternehmen und Arbeitsplätze aus Deutschland abwandern. Seine Äußerungen spiegeln zudem breitere Bedenken hinsichtlich der Steuerpolitik des Landes und des Wirtschaftswachstums wider.
Hüther argumentierte, dass ein Freibetrag von fünf Millionen Euro für Unternehmensnachfolger die Attraktivität Deutschlands als Wirtschaftsstandort schwächen würde. Selbst mittelgroße Familienbetriebe müssten demnach mit deutlichen Steuererhöhungen rechnen, sollte der SPD-Plan umgesetzt werden. Dies, so Hüther, könnte die Abwanderung von Unternehmen und Arbeitsplätzen weiter beschleunigen.
Bei der Diskussion um umfassendere Steuerreformen forderte Hüther die Bundesregierung auf, die Unternehmenssteuern noch vor 2028 zu senken. Zudem sprach er sich für die Abschaffung des Solidaritätszuschlags aus – einer Abgabe, die Finanzminister Lindner schrittweise für Spitzenverdiener, Kapitalerträge und Unternehmen streichen will. Angesichts der Haushaltslage seien kurzfristige Änderungen jedoch unwahrscheinlich; Anpassungen bei den Einkommensgrenzen werden erst 2026 erwartet. Hüther plädierte darüber hinaus für eine breite steuerliche Entlastung statt nur für eine Senkung der Stromsteuer. Seine Aussagen fielen mit einer Prognose zusammen, wonach die deutsche Wirtschaft 2023 lediglich ein bescheidenes Wachstum von einem Prozent erreichen werde.
Die Debatte um die Erbschaftssteuer und weitergehende fiskalpolitische Reformen spaltet weiterhin Politiker und Ökonomen. Hüthers Warnungen unterstreichen die Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und die wirtschaftliche Stabilität. Da vor 2028 keine größeren Steuersenkungen zu erwarten sind, könnten Unternehmen in naher Zukunft weiterhin unter finanziellen Belastungen leiden.
