25 December 2025, 01:13

Jacques Tillys Putin-Satire bringt ihn vor ein Moskauer Gericht – und er kontert mit neuer Provokation

Ein zentrales Display zeigt Plakate mit Text, eine Flagge, eine Rakete und verschiedene Logos, mit einem Tisch unten und einem Boden oben im Bild.

Jacques Tillys Putin-Satire bringt ihn vor ein Moskauer Gericht – und er kontert mit neuer Provokation

Bildhauer Jacques Tilly drohen in Düsseldorf schwere Vorwürfe wegen seiner Putin-Satire

Der Düsseldorfer Künstler Jacques Tilly sieht sich in Russland mit schweren Anklagen konfrontiert: Ihm wird vorgeworfen, falsche Informationen über die russische Armee verbreitet und politischen Hass geschürt zu haben. Ein Moskauer Gericht wird ihn in Abwesenheit verhandeln – der Prozessbeginn ist für den 24. Dezember angesetzt. Tilly selbst gibt an, keine offizielle Benachrichtigung erhalten zu haben.

Die juristischen Probleme des Bildhauers haben ihren Ursprung in seiner langjährigen Tradition, mächtige Persönlichkeiten – darunter auch Präsident Wladimir Putin – mit beißendem Spott zu karikieren. Seine scharfen Satiren haben russische Behörden so sehr verärgert, dass ihm nun ein Verfahren droht, das mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft werden könnte. Trotz der Schwere der Vorwürfe bezeichnet Tilly den Prozess als "absurd" und weigert sich, sich darauf einzulassen.

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Bekannt geworden ist der Künstler vor allem durch seine provokanten Wagen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug. Für die Ausgabe 2026 hat er bereits eine "feine Antwort" an Putin angekündigt – seine Satire wird demnach noch dreister ausfallen. Bisher richtete sich Tillys Werk gegen die katholische Kirche, extremistische Gruppen und Politiker, doch der aktuelle Konflikt mit den russischen Behörden markiert seine bislang prominenteste Auseinandersetzung. Bisher ist kein Anwalt oder Verteidiger öffentlich mit dem Fall in Verbindung gebracht worden. Tilly jedoch wirkt unbeeindruckt und betrachtet die Angelegenheit offenbar als Stoff für künftige Kunst. Mit dem Verweis auf seine "Narrenlizenz" scherzt er sogar über die Situation – ein weiterer Beweis für seine trotzig-unbeugsame Haltung.

Da das Verfahren ohne seine Anwesenheit fortgeführt wird, bleibt ungewiss, ob ein etwaiges Urteil außerhalb Russlands vollstreckt werden könnte. Fest steht: Tillys nächster Karnevalswagen wird die Kontroverse – und seine Kritik an der Macht – weiter am Köcheln halten.