11 January 2026, 15:01

Kartellamt warnt: Tech-Giganten drohen die KI-Dominanz in Europa zu festigen

Eine Anzeige mit Robotern und Text.

Kartellamt warnt: Tech-Giganten drohen die KI-Dominanz in Europa zu festigen

Andreas Mundt, der Präsident des deutschen Bundeskartellamts, hat Bedenken hinsichtlich des wachsenden Einflusses der Tech-Giganten auf die künstliche Intelligenz geäußert. Er warnt, dass Unternehmen wie Google und Meta den Markt ohne sorgfältige Regulierung noch stärker dominieren könnten. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der das EU-KI-Gesetz schrittweise in Kraft tritt – zentrale Vorschriften gelten ab 2025.

Mundt betonte, dass echter Wettbewerb im KI-Bereich derzeit vor allem bei grundlegenden Modellen stattfindet, etwa denen, die Tools wie ChatGPT oder Googles NotebookLM zugrunde liegen. Darüber hinaus sieht er erhebliche Risiken für fairen Wettbewerb in Bereichen wie Cloud-Infrastruktur, Datenzugang und Finanzierung. Große Konzerne kontrollieren bereits enorme Datenmengen, was es kleineren Akteuren erschwert, mitzuhalten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Er verwies auf frühere Regulierungen wie die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) als Beispiele dafür, wie gut gemeinte Regeln am Ende Startups stärker belasteten als die Branchenriesen. Das 2021 vorgeschlagene und nun schrittweise eingeführte KI-Gesetz könnte einen ähnlichen Verlauf nehmen, wenn es nicht klug gesteuert wird. Verbote bestimmter KI-Praktiken treten ab Februar 2025 in Kraft, während weitergehende Pflichten für allgemeine KI-Modelle ab August 2025 gelten. Die strengsten Auflagen für Hochrisiko-Systeme werden je nach Fall erst 2026 oder 2027 wirksam.

Um die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern, forderte Mundt stärkere wirtschaftliche Rahmenbedingungen in Europa. Ein Vorschlag ist eine echte Kapitalmarktunion innerhalb der EU, die es Startups erleichtern würde, an Finanzmittel zu kommen. Ohne solche Maßnahmen, so seine Warnung, könnte das KI-Gesetz unbeabsichtigt die Vorherrschaft der größten Tech-Konzerne weiter festigen.

Mit den nun anstehenden Fristen bis 2027 nimmt das EU-KI-Gesetz Gestalt an. Mundts Hinweise deuten darauf hin, dass die Regulierung ohne zusätzliche Unterstützung für kleinere Unternehmen den Markteintritt neuer Wettbewerber noch schwieriger machen könnte. Sein Appell für bessere Finanzierungsmechanismen und wirtschaftspolitische Maßnahmen zielt darauf ab, eine weitere Konzentration der Macht in den Händen weniger Tech-Riesen zu verhindern.