Kostenlose christliche Tattoos: Essener Kirchen setzen auf bleibende Glaubenszeichen

Leokadia Mans
Leokadia Mans
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Eine detaillierte Zeichnung eines Kirchenaltars mit einem Kreuz darauf, verziert mit kunstvollen Designs, auf einem Blatt Papier.Leokadia Mans

Kostenlose christliche Tattoos: Essener Kirchen setzen auf bleibende Glaubenszeichen

Eine ungewöhnliche Aktion bringt diese Woche in Essen den Glauben auf die Haut

Katholische und evangelische Kirchen in Essen haben sich für eine besondere Premiere zusammengetan: Während der ersten ökumenischen Tattoo-Aktionswoche bieten sie kostenlose christliche Tattoos an. Die unter dem Motto "Nah bei Gott" stehende Veranstaltung zieht Menschen aus der gesamten Region an – manche legen weite Wege zurück, um sich ein bleibendes Symbol ihres Glaubens stechen zu lassen.

Initiator der Aktion ist Dirk Bußler von der Essener "Zukunftswerkstatt", unterstützt von örtlichen katholischen und evangelischen Gemeinden. Doch statt klassischer Kirchenveranstaltungen geht es hier um Nadeln und Farbe. Zur Auswahl stehen 30 vorab entworfene Motive – mit einer Ausnahme: Werena Siemund-Stais, 53, erhielt ein individuelles Tattoo als persönliches Zeichen ihrer Widerstandskraft.

Siemund-Stais hat in den vergangenen Jahren schwere Schicksalsschläge erlebt, darunter den Tod naher Angehöriger und die Diagnose Darmkrebs. Für sie steht das Tattoo für innere Stärke. Auch ihr Mann lässt sich stechen, und alle Stunde werden zwei weitere Termine unter den wartenden Interessenten verlost.

Einer der ersten Gäste war der 20-jährige Ole Fritz, der extra aus dem Emsland angereist war. Er entschied sich für ein Kreuz am Unterarm – als Hommage an den tief verwurzelten Glauben seiner Familie. Tattoo-Künstlerin Yvonne Karbach arbeitet seit 11 Uhr morgens bis 20 Uhr ohne Pause und beschreibt die Erfahrung als weit bedeutungsvoller als ihre übliche Arbeit im Studio.

Doch die Tattoos sind mehr als nur Kunst: Sie werden gesegnet. Pfarrer Jan Vicari spricht den Segen – ein Novum für die Veranstalter. Die Aktion sorgt bereits für Gesprächsstoff, die Reaktionen auf Facebook fallen gemischt aus. Einige loben den kreativen Ansatz der Glaubensvermittlung, andere hinterfragen, ob Tattoos mit religiöser Tradition vereinbar sind.

Das Lokalsender-Programm "Rhein und Ruhr" berichtete am 18. November 2025 um 6:31 Uhr über die Aktion. Bisher hat keine andere deutsche Kirche ein ähnliches ökumenisches Projekt mit kostenlosen religiösen Tattoos umgesetzt.

Die Kampagne "Nah bei Gott" verbindet Tradition mit modernem Ausdruck und bietet den Teilnehmenden ein bleibendes Glaubenszeichen. Mit von Geistlichen gesegneten Motiven und bewegenden Geschichten wie der von Werena Siemund-Stais setzt die Veranstaltung Maßstäbe. Ob daraus eine regelmäßige Tradition wird, bleibt abzuwarten – doch eines ist sicher: Sie hinterlässt Spuren.

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