Krankenhausgewalt: Können Bodycams zur Schutz von Gesundheitsarbeitern beitragen?
Annerose KensyKrankenhausgewalt: Können Bodycams zur Schutz von Gesundheitsarbeitern beitragen?
Gewalt in Krankenhäusern: Können Bodycams das Personal schützen?
Angriffe auf Krankenhausmitarbeiter nehmen zu. NRW-Kliniken testen Bodycams als Schutzmaßnahme. Was sie bringen – und wo ihre Grenzen liegen.
2025-12-19T19:36:00+01:00
Die Gewalt gegen Krankenhauspersonal in Nordrhein-Westfalen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Zwischen 2017 und 2024 stiegen die gemeldeten Übergriffe um 34 Prozent – allein 2024 wurden 1.705 Vorfälle registriert. Nun führen Kliniken neue Sicherheitsvorkehrungen ein, um ihre Beschäftigten und Patientinnen und Patienten besser zu schützen.
Angesichts der eskalierenden Gewalt sehen sich die Krankenhäuser zum Handeln gezwungen. Das Elisabeth-Krankenhaus in Essen stellte nach einem schweren Angriff auf Mitarbeiter im September 2024 zusätzliches Sicherheitspersonal ein. Das Dortmunder Krankenhaus wiederum hat bereits einen Nachtwächter für die Notaufnahme eingestellt und Namensschilder des Personals entfernt, nachdem es zu Bedrohungen gekommen war.
Ab 2026 wird das Dortmunder Krankenhaus zudem Bodycams für die Beschäftigten einführen. Diese sollen jedoch nur in Hochrisikosituationen aktiviert werden, wobei die Betroffenen vor der Aufnahme informiert werden. Die Klinik erhofft sich von den Kameras eine abschreckende Wirkung und eine bessere Deeskalation in Konfliktsituationen. Studien zeigen jedoch gemischte Ergebnisse: Eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 ergab, dass Polizisten mit Bodycams sogar häufiger angegriffen wurden – möglicherweise, weil sie vorsichtiger agierten. Die meisten Krankenhäuser machen für den Anstieg der Gewalt längere Wartezeiten und einen sinkenden Respekt vor dem medizinischen Personal verantwortlich. Das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz Nordrhein-Westfalen (LfGA NRW), die zuständige Landesbehörde für Gesundheits- und Arbeitsschutz, beobachtet die Entwicklung weiterhin genau. Neben Bodycams setzen die Kliniken auf zusätzliche Sicherheitskräfte und Schulungen für das Personal, um das Problem in den Griff zu bekommen.
Die Zahl der Gewaltvorfälle in nordrhein-westfälischen Krankenhäusern steigt kontinuierlich an – mit deutlichen Zunahmen um 22 Prozent im Jahr 2022 und 9 Prozent im Jahr 2023. Nun testen die Einrichtungen verschiedene Strategien, von Bodycams bis hin zu Sicherheitsdiensten, um die Risiken zu verringern. Wie wirksam diese Maßnahmen sind, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.
