Kulturinitiativen erhöhen Druck auf Berliner Politik vor der Wahl
Marie-Theres SegebahnKulturinitiativen erhöhen Druck auf Berliner Politik vor der Wahl
Die Initiative „Berlin ist Kultur“ startet Aktionswoche zur Beeinflussung des Berliner Wahlkampfs
Mit dem Slogan #deineStimmefürKultur macht die Initiative „Berlin ist Kultur“ im Vorfeld der Berliner Wahlen auf ihre Forderungen nach stärkerer kultureller Förderung aufmerksam. Die Gruppe drängt die Politik, sich vor der Abstimmung verbindlich zu positionieren.
Kernstück der Kampagne ist die „Berliner Erklärung“, die fordert, mindestens drei Prozent des Landeshaushalts für Kultur bereitzustellen. Zudem verlangt sie langfristige und planbare Finanzierung für künstlerische Einrichtungen. Verbände und Institutionen haben für die Kandidat:innen sogenannte „Wahl-Prüfsteine“ entwickelt – darunter auch Fragen zur künstlerischen Bildung an Schulen.
Bei einer öffentlichen Veranstaltung trafen sich prominente Vertreter:innen aus Kultur und Politik. Oliver Reese, Intendant des Berliner Ensembles, kritisierte die jüngsten Kürzungen im Kulturbereich als kurzsichtig. In einer persönlichen Anekdote erzählte er, wie er mit 14 Jahren in Paderborn das Theater für sich entdeckte – ein Erlebnis, das sein Leben prägte. Gabi Dan Droste, Leiterin des FELD Theaters, verglich die prekäre Situation der Branche mit dem Mythos von Ikarus: Kurz nach dem Gewinn des Bundes-Theaterpreises sehe sie sich mit existenziellen Finanzproblemen konfrontiert.
Zu Wort meldete sich auch Tom Streidel, Tischler am Maxim Gorki Theater. Er warnte, dass die ab Januar 2027 fälligen Mietzahlungen an die Opernstiftung die Zukunft des Theaters gefährden könnten. Reese verwies zudem auf die drohende Schließung des Atelierhauses in der Wilsnacker Straße. Unter den Anwesenden waren auch Katharina Marg von der Linken sowie die Grünen-Co-Vorsitzenden Ronja Losert und Bertram von Boxberg.
Ziel der Aktionswoche ist es, Kultur ins Zentrum der Wahlkampfdebatten zu rücken. Mit der Erklärung und den Prüfsteinen sollen Kandidat:innen zu konkreten Zusagen bewegt werden. Die Organisator:innen hoffen, dass der Druck auf die Politik noch vor dem Wahltag Wirkung zeigt.






