11 January 2026, 19:02

Mainzer Karnevalslegende „Allerscheenste“ setzt 2025 und 2026 aus – droht das Ende einer Ära?

Ein Schwarz-Weiß-Foto einer Bühne von den Wiesbadener Festspielen 1902, das Menschen in traditioneller deutscher Kleidung zeigt, mit jubelndem und klatschendem Publikum im Hintergrund.

Mainzer Karnevalslegende „Allerscheenste“ setzt 2025 und 2026 aus – droht das Ende einer Ära?

Eine traditionsreiche Mainzer Karnevalsgruppe hat eine Pause von ihren berühmten Sitzungen angekündigt. Die Allerscheenste, bekannt für ihren scharfen Dialekt-Humor und ihre lebhaften Treffen, wird ihre Aktivitäten 2025 und 2026 aussetzen. Die Entscheidung fällt nach Jahrzehnten der Teilnahme an den Fastnachts-Feierlichkeiten der Stadt.

Die 1986 gegründete Gruppe war über Jahre eine feste Größe im Mainzer Karneval. Ihre Sitzungen, einst jährlich im Augustinerkeller abgehalten, zogen unter dem Motto „Gott Jokus ist unser Chef, der Augustinerkeller unsere Burg“ zahlreiche Besucher an.

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Die Allerscheenste machte sich mit ungeschöntem Humor und einem starken lokalen Bezug einen Namen. Jahrelang fanden ihre Treffen im Gewölbe der Augustinerstraße statt, wo Mitglieder Sketche und Lieder im Mainzer Dialekt aufführten. 1996 führte die Gesellschaft zudem den „Aller-Allerscheenste“-Preis ein, mit dem sie prägende Persönlichkeiten der hiesigen Fastnachtskultur ehrte.

Erst kürzlich wählte die Gruppe Holger Bartz zu ihrem neuen Vorsitzenden. Er löst Karin Junker ab, die den Verein 14 Jahre lang leitete, bevor sie zurücktrat. Bartz steht nun vor der Herausforderung, neues Interesse zu wecken – denn sinkende Beteiligung, besonders unter den Darstellern, hatte bereits zur Absage von Sitzungen geführt. Ohne Nachwuchs musste die Veranstaltung 2026 schließlich komplett entfallen.

Die Mitgliedschaft bleibt Neulingen offen, der monatliche Beitrag beträgt symbolische 1,11 Euro. Interessenten müssen regelmäßig an den alle drei Wochen stattfindenden Treffen im Augustinerkeller in der Mainzer Altstadt teilnehmen. Das Clown-Symbol, seit der Gründung Zeichen der Gruppe, steht weiterhin für ihren spielerischen Geist. Bartz hat versichert, die Tradition am Leben zu erhalten und die Allerscheenste als Teil der Mainzer Fastnacht zu bewahren.

Die Pause bedeutet eine seltene Unterbrechung für die Allerscheenste, die seit den 1980er-Jahren den Karneval in Mainz prägt. Ohne neue Mitglieder, die sich engagieren, bleiben die Sitzungen vorerst ausgesetzt. Der einst von Lachen und Dialekt-Witzen erfüllte Keller des Augustinerkellers wird in der Karnevalszeit vorerst still bleiben.