30 May 2026, 14:31

Massive Klimaproteste im Ruhrgebiet: Aktivisten blockieren Kraftwerke und Rüstungsindustrie

Größter Pipeline-Hersteller besetzt

Massive Klimaproteste im Ruhrgebiet: Aktivisten blockieren Kraftwerke und Rüstungsindustrie

Klimaschutzaktivist:innen haben im Ruhrgebiet eine Reihe von Protesten gegen den Ausbau fossiler Energien inszeniert. Mehr als 1.500 Menschen beteiligten sich am Freitag an koordinierten Aktionen, die sich gegen zentrale Industrieanlagen und Infrastruktur richteten. Die Demonstrationen wurden vom antikapitalistischen Bündnis Ende Gelände organisiert, das einen raschen Umstieg auf erneuerbare Energien fordert.

In Gelsenkirchen-Scholven blockierten Protestierende das Kraftwerk Scholven, wo Pläne für eine neue Gaseinheit auf Kritik stoßen. Aktivist:innen installierten zudem Solarpaneele auf dem Gelände, um klimafreundliche Alternativen aufzuzeigen. Unterdessen unterbrachen rund 200 Demonstrant:innen in Mülheim den Betrieb der Friedrich-Wilhelms-Hütte, einer Gießerei des Rüstungskonzerns KNDS. Das Unternehmen, das Panzerstahl produziert, steht in der Kritik, weil es Militäraufträge priorisiert – auf Kosten von Komponenten für Windkraftanlagen.

Eine weitere Gruppe besetzte Gleisanlagen des Europipe-Werks in Mülheim, Europas größtem Hersteller von Pipeline-Rohren. In Hamm zogen Aktivist:innen mit einem Transparent zum Hauptbahnhof, auf dem die Enteignung von Energiekonzernen gefordert wurde. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte zwar ein von der Polizei verhängtes Verbot für eine geplante Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk am Samstag bestätigt – die Organisator:innen kündigten jedoch an, trotzdem dorthin zu ziehen.

Die Proteste sind Auftakt zu einer Großdemonstration am Samstag, zu der tausende weitere Teilnehmer:innen erwartet werden. Unterstützt wird die Kundgebung von Greenpeace, BUND, Fridays for Future und Campact; als Rednerin ist die schwedische Aktivistin Greta Thunberg angekündigt. Die jüngste Entscheidung der Bundesregierung, Milliarden in KNDS statt in den Ausbau erneuerbarer Energien zu investieren, hat bei Klimaschützer:innen zusätzlichen Zündstoff geliefert.

Die Aktionen markieren eine Zuspitzung des Widerstands gegen fossile Gasprojekte im Ruhrgebiet. Mit weiteren großflächigen Protesten wollen die Organisator:innen Politik und Konzerne unter Druck setzen, die Energiewende zu beschleunigen. Die Behörden warnen indes vor möglichen Auseinandersetzungen, da Aktivist:innen Gerichtsurteile und polizeiliche Auflagen ignorieren.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones
Quelle