09 January 2026, 06:59

Merz’ Tanz-Einladung an Lula sorgt für diplomatischen Eklat beim G20-Gipfel

Eine Person, die in ein Mikrofon spricht und im Hintergrund ein Banner mit dem Wort 'Bundes' trägt.

Merz’ Tanz-Einladung an Lula sorgt für diplomatischen Eklat beim G20-Gipfel

Bundeskanzler Friedrich Merz gerät nach verbalem Fauxpas bei G20-Gipfel in die Kritik

Nach einem unglücklichen Sprachgebrauch während eines Treffens mit Brasiliens Präsident Lula da Silva beim G20-Gipfel sieht sich Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland Friedrich Merz mit Kritik konfrontiert. Seine Reaktion auf eine scherzhafte Bemerkung Lulas löste eine Debatte über diplomatischen Ton und spontane Äußerungen aus.

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Der Austausch entsprach Merz’ gewohnt direkter Art, die seine Anhänger als authentischer bewerten als abgelesene Politikerreden.

Auslöser war laut Berichten ein Vorschlag Lulas, Merz solle Brasilien besuchen, um Land und Kultur – insbesondere das Essen und die Tanztradition – kennenzulernen. Der Kanzler habe daraufhin locker geantwortet: „Super, beim nächsten Mal gehen wir zusammen tanzen!“

Merz’ Team betonte später, die beiden Staatschefs hätten ein 40-minütiges Gespräch geführt, das als herzlich und konstruktiv beschrieben wurde. Dennoch zog die beiläufige Bemerkung Aufmerksamkeit auf sich – Kritiker hinterfragten, ob sie in einem offiziellen diplomatischen Rahmen angemessen sei. Nicht zum ersten Mal sorgt Merz’ unverblümte Art für Schlagzeilen. Bekannt für seinen „Ich sage Ihnen, wie es wirklich ist“-Stil, weicht er oft von glatt polierten politischen Formulierungen ab. Einige Journalisten verteidigen diesen Ansatz als erfrischend echt im Vergleich zu einstudierten Statements.

Die Episode erinnerte auch an eine alte Legende über den früheren Bundespräsidenten Heinrich Lübke, dem nachgesagt wird, er habe Königin Elisabeth II. einmal den unsinnigen Satz „Gleich geht’s los“ (im Original: „Equal goes it loose“) gesagt. Tatsächlich handelt es sich dabei um eine erfundene Anekdote des Spiegel-Korrespondenten Ernst Goyke aus den 1960er-Jahren. Weder für Lübke noch für Merz gibt es Belege für größere diplomatische Verwerfungen mit Brasilien.

Der Vorfall zeigt die Risiken unfilterter Äußerungen in der Hochdiplomatie. Während Merz’ Umgebung die Angelegenheit herunterspielte, entfachte sie erneut die Diskussion, wie sich Authentizität und professionelles Auftreten in Einklang bringen lassen. Bisher gab es von keiner der beiden Regierungen eine weitere offizielle Stellungnahme.