Mobbing-Vorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
Annerose KensyScharrenbach bietet Mitarbeitern Gespräche nach Vorwürfen - Mobbing-Vorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
Nordrhein-Westfalens Bauministerin Ina Scharrenbach sieht sich schweren Vorwürfen wegen Mobbing und Fehlverhalten in ihrem Ministerium ausgesetzt. Berichte aus den Jahren 2025 und 2026 beschreiben ein toxisches Arbeitsklima mit überzogenen Anforderungen, hoher Personalfluktuation und Burnout-Fällen seit ihrem Amtsantritt 2022. Scharrenbach hat die Kritik inzwischen eingeräumt und bietet direkte Gespräche mit betroffenen Mitarbeitenden an.
Der Streit eskalierte, nachdem Scharrenbach 2022 die Leitung der Abteilung Digitalverwaltung übernommen hatte. Anfangs noch optimistisch gestimmte Belegschaftsmitglieder berichten von einer wachsenden Unzufriedenheit, die sich bis 2025 zu einer Kultur der Angst ausweitete. Medienberichte und Mitarbeiteraussagen malten das Bild einer von Furcht geprägten Atmosphäre – ein hochrangiger Beamter äußerte anonym: "Diese Frau hat mich zerstört." Interne Dokumente, darunter ein vom Spiegel eingesehenes Schreiben, sprachen von einer "Atmosphäre der Angst und Einschüchterung".
Erste Warnsignale gab es bereits während der Umstrukturierung des Digitalverwaltungsteams. Personalvertreter informierten Nathanael Liminski, Chef der Staatskanzlei, im Januar 2025 über die Vorwürfe. Liminski soll dem Vernehmen nach bereits vor der Bundestagswahl 2025 von den Mobbingvorwürfen gewusst haben.
Scharrenbach räumte ein, ihr Führungsstil sei nicht immer fair gewesen. Die Rückmeldungen hätten sie tief getroffen, betonte sie, und kündigte konkrete Maßnahmen an. Dazu zählen gemeinsame Gespräche mit Betroffenen sowie die Zusammenarbeit mit dem Personalrat, um Führungsprozesse zu reformieren.
Das Ministerium hat mittlerweile mit strukturierten Dialogformaten und politischen Änderungen auf die Kritik reagiert. Scharrenbachs Eingeständnis von Fehlern markiert einen Wendepunkt bei der Lösung der internen Konflikte. Ob diese Schritte das Arbeitsklima nachhaltig verbessern, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.






