08 April 2026, 08:53

Mordprozess nach 22 Jahren: War es Hass oder Habgier?

Ein historisches Dokument, das einen Prozess zeigt, an dem Lord Baltimore, Sarah Woodcock und Elizabeth Griffinburg beteiligt waren, mit Illustrationen von Menschen, Vorhängen und Text.

Homophobie? Prozess wegen Mord an Kellner nach 22 Jahren - Mordprozess nach 22 Jahren: War es Hass oder Habgier?

Mordprozess in Bad Driburg: Nach über 20 Jahren kommt der Fall eines ermordeten Kellners vor Gericht

In Bad Driburg (Ostwestfalen) hat mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Tod eines 29-jährigen Kellners der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder begonnen. Das Opfer war im November 2003 gefesselt und erwürgt in seiner Wohnung aufgefunden worden. Anfangs vermuteten die Ermittler einen homophoben Hintergrund der Tat. Nun muss sich ein 57-jähriger Mann aus Kürten wegen Mordes verantworten.

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Der Angeklagte soll seinen Nachbarn in dessen Wohnung überfallen, gefesselt und anschließend mit einem Staubsaugerkabel erwürgt haben. Wie die Staatsanwaltschaft darlegt, fehlten später die Geldbörse, das Handy und die Webcam des Opfers – Gegenstände, die der Beschuldigte laut Anklage gestohlen haben soll. Um seine Spuren zu verwischen, soll er den Wagen des Getöteten auf einen abgelegenen öffentlichen Parkplatz gefahren haben, wodurch die Entdeckung der Leiche verzögert wurde.

Jahre lang blieb der Fall ungelöst. Erst Anfang 2025 führte ein DNA-Durchbruch dazu, dass der 57-Jährige mit der Tat in Verbindung gebracht werden konnte. Die Ermittler gehen nun von zwei möglichen Tatmotiven aus: der Abneigung des Angeklagten gegen Homosexuelle sowie seinen eigenen finanziellen Problemen.

Der Prozess, der in diesem Monat begann, soll sich über acht weitere Verhandlungstage erstrecken und bis Januar 2026 andauern. Es ist das erste Mal in 22 Jahren, dass sich jemand für den Tod des Kellners vor Gericht verantworten muss. Bei einer Verurteilung könnte der Angeklagte für einen Mord zur Rechenschaft gezogen werden, der über zwei Jahrzehnte ungesühnt blieb. Das Gericht wird unter anderem DNA-Beweise sowie die gestohlenen Habseligkeiten des Opfers prüfen.

Quelle