Münsteraner CDU zieht Unterstützung für Oberbürgermeister Grube zurück und setzt auf Adamczak
Leokadia MansMünsteraner CDU zieht Unterstützung für Oberbürgermeister Grube zurück und setzt auf Adamczak
Die Münsteraner CDU hat ihre Unterstützung für den amtierenden Oberbürgermeister Ulf-Marcus Grube vor der nächsten Wahl zurückgezogen. Stattdessen wird die Partei Anna Adamczak fördern, die bei einer internen CDU-Abstimmung 56 Prozent der Stimmen erhielt. Grube, der 2021 nur knapp die Oberbürgermeisterwahl gewann, deutete an, nun möglicherweise als unabhängiger Kandidat antreten zu wollen.
Grube wurde 2021 Oberbürgermeister, nachdem er den SPD-Amtsinhaber mit einem knappen Vorsprung von 50,69 Prozent geschlagen hatte. Seine Amtszeit war von anhaltenden Konflikten geprägt, darunter Streitigkeiten um örtliche Schulen und eine öffentliche Fehde zwischen der Feuerwehr und der Stadtführung. Die Spannungen erreichten im Dezember 2023 einen Höhepunkt, als ein Misstrauensantrag gegen Grube im Stadtrat nur knapp scheiterte – 23 von 32 Ratsmitgliedern stimmten gegen ihn.
Die Entscheidung der CDU, die Unterstützung zu wechseln, folgt auf monatelange interne Auseinandersetzungen. Bei einer kürzlichen Parteienstimmung votierten 56 Prozent der Mitglieder für Adamczak, während 36 Prozent Grube unterstützten. Adamczak sicherte sich zudem die Rückendeckung der Münsteraner Union und der Grünen. Unterdessen gab der Stadtverwaltungsmitarbeiter Dirk Sobczak bekannt, zum zweiten Mal als Unabhängiger zu kandidieren.
Nach den Regeln Niedersachsens haben hauptamtliche Oberbürgermeister bereits nach einer Amtszeit Anspruch auf eine lebenslange Pension – unabhängig vom Alter. Die Höhe der Bezüge richtet sich nach Dienstjahren und Gehalt, nicht danach, ob sie freiwillig zurücktreten oder ihre Unterstützung verlieren. Grube hat seine Pläne noch nicht bestätigt, ließ aber durchblicken, erneut antreten zu wollen – notfalls ohne Parteirückenwind.
Der Rückzug der CDU-Unterstützung lässt Grubes politische Zukunft ungewiss erscheinen, auch wenn ihm die Oberbürgermeisterpension zusteht, sollte er seine Amtszeit beenden. Adamczak geht mit der Unterstützung mehrerer Parteien ins Rennen, während Sobczaks unabhängige Kandidatur die Konkurrenz weiter anheizt. Die Wahl wird zeigen, ob Münsters nächster Oberbürgermeister mit Parteirückhalt oder als Unabhängiger regieren wird.
