Neue Chance für die Bahnverbindung zwischen Willich und Krefeld – doch Skepsis bleibt
Leokadia MansNeue Chance für die Bahnverbindung zwischen Willich und Krefeld – doch Skepsis bleibt
Die geplante die bahnverbindung zwischen Willich und Krefeld steht erneut auf dem Prüfstand. Trotz früherer Rückschläge haben sich lokale Verantwortliche darauf verständigt, die Machbarkeit des Projekts erneut zu bewerten. Der Schritt folgt auf jahrelange Debatten über Kosten, Finanzierung und den potenziellen Nutzen der Strecke für beide Städte.
Die Idee für die NiersExpress-Verbindung NE 6 gewann erstmals 2021 an Fahrt. Unterstützung kam zunächst vom SPNV Nord sowie lokalen Initiativen, darunter eine 2022 gestartete Petition des Willicher Bürgermeisters und Anträge des Krefelder Stadtrats. Doch 2023 stoppte das Rheinische Verkehrsministerium das Vorhaben mit der Begründung, die geschätzten Kosten von über 200 Millionen Euro seien zu hoch.
Neue Hoffnung kehrte 2025 auf, als Bundesmittel im Rahmen der Deutschlandticket-Erweiterung in Aussicht gestellt wurden. Dennoch begannen bis Anfang 2026 keine Bauarbeiten – Streitpunkte blieben die Finanzierung und ökologischen Bedenken.
Nun wurde die Verwaltung beauftragt, die Vorzüge des Projekts zu prüfen. Der SPD-Stadtrat Lukas Siebenkotten bezeichnete eine Machbarkeitsstudie als logischen nächsten Schritt und betonte, dass diese keine Verpflichtung zu Finanzierung oder Bau für eine der beiden Städte darstelle. Die SPD wies zudem darauf hin, dass die Streckenverlängerung weiterhin Teil der landesweiten Verkehrsplanung in Nordrhein-Westfalen sei – eine endgültige Entscheidung auf Landesebene stehe noch aus.
Krefeld hatte zuvor geraten, abzuwarten, bis das Land seine Bewertung vorlege, bevor weitere Schritte unternommen würden. Bei einer Genehmigung sollten beide Städte die Kosten für die Studie idealerweise hälftig tragen. Ziel bleibt eine faire und transparente Prüfung der Finanzierungsmöglichkeiten, der Wirtschaftlichkeit und des Nutzens für die Bürgerinnen und Bürger.
Der jüngste Beschluss hält die Bahnverbindung zwar im Blick, verzichtet aber auf konkrete finanzielle Zusagen. Eine Machbarkeitsstudie könnte Klarheit über Kosten und Vorteile schaffen, doch die endgültigen Weichenstellungen hängen von den landesweiten Erkenntnissen ab. Bis auf Weiteres verbleibt das Projekt in der Planungsphase – ein Baubeginn steht noch nicht fest.
